Aggression und Gewalt unter geschlechtsspezifischem Aspekt

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GRIN Verlag, 2007 - 128 pages
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Examensarbeit aus dem Jahr 2002 im Fachbereich Psychologie - Sozialpsychologie, Note: 1], Friedrich-Alexander-Universitat Erlangen-Nurnberg (Lehrstuhl Psychologie II), Sprache: Deutsch, Anmerkungen: Umfassende Zulassungsarbeit, die vor allem das "weibliche Aggressionsverhalten" darstellt und unter geschlechtsspezifischen Aspekten naher beleuchtet!!!, Abstract: Gewalt unter geschlechtsspezifischen Aspekten zu betrachten ist nach wie vor also eher die Ausnahme. In vielen Untersuchungen zur Jugendgewalt" wird einseitig vom Phanomen der Jungengewalt" gesprochen - aggressives Verhalten von Madchen findet dagegen kaum Berucksichtigung. Das zentrale Anliegen meiner Arbeit besteht darin das Gewalthandeln des weiblichen Geschlechts naher zu beleuchten, geschlechtstypische Unterschiede aufzuzeigen und mogliche Erklarungen zum gewaltformigen Verhalten der Geschlechter darzustellen. Im Folgenden soll nun ein kurzer Uberblick uber den Aufbau der Arbeit erfolgen. Im ersten Kapitel werden die Begriffe Aggression" und Gewalt" naher erlautert, um dann zu einer - fur diese Arbeit - gultigen Begriffsklarung zu kommen. Im Anschluss wird ein sozialkonstruktivistisches Verstandnis von Geschlecht vorgestellt und Geschlecht als soziale Strukturkategorie in einem hierarchischen Geschlechterverhaltnis beschrieben. Ansatze zur Erklarung der weiblichen und mannlichen Identitatsbildung sowie Ergebnisse der geschlechtsspezifischen Sozialisationsforschung sollen vor diesem theoretischen Hintergrund naher erlautert werden. Inzwischen wird ein Wandel des Geschlechterverhaltnisses konstatiert, der allerdings an strukturellen Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern wenig geandert hat. Daher wird an dieser Stelle ebenso auf Individualisierungsprozesse und daraus resultierende Probleme im Jugendalter eingegangen. Der Aspekt der geschlechtstypischen Lebensbewaltigung unter dem Zwang zur Individualisierung soll dabei ebenfalls naher zur Sprache kommen. Im folgenden Kapitel der Arbeit wi
 

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Contents

INHALTSVERZEICHNIS
1
Geschlecht als soziale Kategorie
13
Soziale Determinanten und ihr Einfluss auf
46
Erklärungsansätze zum abweichenden Verhalten
70
Aggressionspotenzial der Geschlechter
92
Zusammenfassung
108
Copyright

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Common terms and phrases

Popular passages

Page 8 - Gewalt liegt dann vor, wenn Menschen so beeinflußt werden, daß ihre aktuelle, somatische und geistige Verwirklichung geringer ist als ihre potentielle Verwirklichung...
Page 90 - Es entstehen der Tendenz nach individualisierte Existenzformen und Existenzlagen, die die Menschen dazu zwingen, sich selbst - um des eigenen materiellen Überlebens willen - zum Zentrum ihrer eigenen...
Page 28 - Dem Jungen aber wird seine Männlichkeit zunächst durch Abgrenzung von der Mutter vermittelt; und diese ihm am nächsten stehende Erwachsene ist das, was er nicht sein darf, um ein Mann zu werden. So wird sein Geschlecht als Nicht-Mann bestimmt.
Page 4 - Reize ('schädigen' meint beschädigen, verletzen, zerstören und vernichten; es impliziert aber auch ... schmerzzufügende, störende, Ärger erregende und beleidigende Verhaltensweisen, welche der direkten Verhaltensbeobachtung schwerer zugänglich sind); eine Aggression kann offen (körperlich, verbal) oder verdeckt (phantasiert), sie kann positiv (von Kultur gebilligt) oder negativ (missbilligt) sein.
Page x - CONCRET (Hrsg.) (1994): Motive und Legitimationsmusterjunger Gewaltakteure in den neuen Bundesländern. Auszüge aus dem Bericht über die Ergebnisse einer qualitativ-psychologischen Untersuchung.
Page 9 - Unter personaler Gewalt (Aggression) wird (...) die beabsichtigte physische und/oder psychische Schädigung einer Person, von Lebewesen und Sachen durch eine andere Person verstanden
Page 28 - Die Gruppe bietet sowohl die praktische Chance, Befriedigung in der Freiheit von Erwachsenen-Normen und Kontrollen zu suchen, wie auch die psychische Chance, Unterstützung und Anerkennung in weiteren Schritten zur Selbständigkeit zu finden, ohne daß die Erinnerung an frühe Niederlagen und an die Hilflosigkeit des Kleinkindes wachgerufen wird. In diesem Sinne kann die Bande die Mutter ablösen.
Page v - H. (1991): Geschlechtsspezifische Sozialisation. In: Hurrelmann, K., Ulich, D. (Hrsg.): Neues Handbuch der Sozialisationsforschung.
Page 21 - Hegemoniale Männlichkeit bezeichnet die Reproduktion solcher ökonomischen, rechtlichen und kulturellen Makro- und Mikrostrukturen, die bis in den Arbeits- und Beziehungsalltag hinein ohne die Anwendung unmittelbarer Gewalt die Vorherrschaft eines Geschlechts in einer grundsätzlich geschlechterungleichen Kultur gewährleisten.
Page 47 - In mehrfaktoriellen Untersuchungen stellt sich die familiäre Sozialisation als einer der aussagekräftigsten Prädiktoren für die Erklärung jugendlicher Gewalt und Delinquenz dar (vgl. Mansel/Hurrelmann 1998; Lay et al. 2001). Heitmeyer et al. (1995) konnten aufzeigen, dass Jugendliche, die in ihrer Kindheit Gewalt ausgesetzt waren, in höherem Maße Gewalt befürworten. Demnach wird Gewalt vor allem in der Familie erfahren, erlernt und als Mittel zB zur...

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