Alkoholwirkungserwartungen alkoholabhängiger PatientInnen

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GRIN Verlag, Jan 17, 2003 - Psychology - 77 pages
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Die Abhängigkeit von psychoaktiven Substanzen stellt eines der größten psychosozialen und gesundheitlichen Probleme in Deutschland dar, wobei an erster Stelle der Alkoholkonsum steht. In der Bevölkerungsgruppe der 18 bis 59jährigen zeigen 16% einen riskanten Konsum, 5% missbräuchlichen Konsum und 3% (entspricht 1.5 Millionen Menschen) abhängigen Konsum (Kraus & Bauernfeind, 1998). Unter riskantem Konsum wird dabei bei Frauen ein Konsum von mehr als 20 Gramm Reinalkohol (entspricht etwa 0.5 l Bier oder 3 Gläser Spiritousen) pro Tag verstanden, bei Männern ein Konsum von mehr als 40 Gramm Reinalkohol täglich (Feuerlein, Küfner & Soyka, 1998); Missbrauch und abhängiger Konsum werden nach dem Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM-IV) definiert. Diese Zahlen stellen dabei unterste Schätzungen der tatsächlichen Prävalenz dar, da bei der Selbstangabe mit zu geringen angegebenen Mengen gerechnet werden muss (Lemmens, Tan & Knibbe, 1992). Im Jahre 1997 wurden in Deutschland für Alkoholabhängige 7.710 ambulante Entwöhnungsbehandlungen und 30.613 stationäre Entwöhnungsbehandlungen bewilligt (Holz & Leune, 1998). Zahlen für die Rückfallrate innerhalb von 12 Monaten nach einer Entwöhnungsbehandlung liegen i.a. zwischen 30% und 50 % (z.B. Lindenmeyer & Kolling, 1999; Kluger et al., 2000). Angesichts dieser immensen Zahlen stellt sich die Frage: Warum? Warum trinken Menschen Alkohol? Warum entwickeln so viele Menschen eine Alkoholabhängigkeit? Warum werden so viele alkoholabhängige Menschen nach einer Zeit der Abstinenz wieder rückfällig? All diese Fragen beziehen sich auf die Motivation, in einer bestimmten Situation Alkohol zu trinken. Ursache dieser Motivation sind u.a. zwei Faktoren: die pharmakologische Wirkung des Alkohols und die erwartete Wirkung des Alkohols. Diese beiden Faktoren beeinflussen sich gegenseitig: die tatsächlich erlebte Wirkung von Alkohol kann einerseits durch die Wirkungserwartungen des Betroffenen beeinflusst werden, andererseits bestätigt die tatsächlich erlebte Wirkung von Alkohol wiederum die ursprünglichen Wirkungserwartungen (Smith, Goldman, Greenbaum & Christiansen, 1995; Sher, Wood, M.D., Wood, P.K. & Raskin, 1996). Die besondere Bedeutung der Wirkungserwartungen zeigt sich auch darin, dass Alkohol - je nach Situation und je nach erwarteter Wirkung - unterschiedlich wirken kann [...]

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