Allein unter Frauen: Der berufliche Habitus männlicher Grundschullehrer

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Springer-Verlag, Jun 11, 2010 - Education - 419 pages
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Zur Fragestellung Im Schuljahr 2006/07 waren in Deutschland knapp 87 Prozent der Lehrenden an Grund schulen Frauen (vgl. Statistisches Bundesamt 2008a). An Grundschulen in Frei burg im Breisgau betrug die Frauenquote im Schuljahr 2009/10 sogar rund 94 Prozent, wovon circa 40 Prozent der wenigen Männer, die hier tätig waren, Schulleitungspositionen besetzten (eigene Erhebung). Die Feminisierung des Lehrerberufs, speziell die außerordentlich hohe Quote von Frauen an Grundschulen, beschäftigt nicht nur Erziehungswissenschaftlerinnen und –wissenschaftler sowie Bildungsforscherinnen und -forscher schon seit längerer 1 Zeit. Seit der Veröffentlichung der ersten PISA-Ergebnisse, meldeten sich versch- dene Kultusminister zu diesem Thema, voller Sorge um die Qualität der Schulen, vor allem aber auch über das schlechte Abschnei den der männlichen Jugendlichen. Unter der Schlagzeile „Lehrerinnen machen Schüler dumm – Kultusminister schlagen Alarm“ macht die Bild-Zeitung am 28. 9. 2003 den Grund für das schlechte Abschneiden der Jungen in Schulvergleichsstudien aus: „An den deutschen Schulen unterrichten zu viele Lehrerinnen!“ Niedersachsens Schulminister Bernd Busemann wurde in dem Artikel ebenso mit der Forderung nach einer Männerquote zitiert wie die Kultus ministerin von Baden-Württemberg Annette Schavan und die hessische Schulministerin Karin Wolff. Während die Bild-Zeitung deren Äußerungen gerne aufgreift und weiter polemisiert, formuliert die Stuttgarter Zeitung am 30. 9. 2003 spitz: „Jetzt wissen wir's. Schuld am Pisa-Debakel ist nicht etwa, dass es zu wenig Lehrer gibt. Nein, es gibt zu viele Lehrerinnen.
 

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Contents

Einleitung
11
A Theoretische Grundlagen
21
Die geschlechtsspezifische Segregation des Arbeitsmarktes
56
B Methodologische Grundlagen
87
Zur Auswahl des Samples
106
Empirische Ergebnisse
115
Kontrastierung der Handlungsorientierungen nach Themenfeldern
326
Typologie
370
Resümee
385
Entdramatisierung durch Dramatisierung von Geschlecht
399
Anhang
417
Copyright

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Common terms and phrases

Abtönungspartikel Abwertung ähm allerdings Ansatz Arbeit Aussage Äußerung Beruf Berufsausübung Berufsfeld betont Bewältigungsstrategien Bezug bisschen Bohnsack Bourdieu Connell David denk Dennoch deutlich Doing Gender durchaus eben eher eigenen Männlichkeit einfach Einschätzung Entscheidung Erfahrungen erlebt ersten Frage Frauen Freiarbeit Führungsanspruch geht generell gerade Geschlechterverhältnis geschlechtsspezifischen Geschlechtszugehörigkeit gesellschaftliche Grund Grundschule Grundschullehrerin Habitus halt Handlungsorientierungen Handlungspraxis Hauptschule hegemonialen Herr Jehle Herr Maier Herrn Herv heteronormative insgesamt Interaktionen Interpretation Interview Interviewpartner irgendwie Jahren jetzt Jungen Jungenarbeit Kategorie Geschlecht Kindern Klasse kollegialen Kolleginnen Kollegium kommt konnotierten könnte Konrad Konstruktion Kooperation Lehrer Lehrerinnen machen Mann Männerforschung männliche Grundschullehrer männlichen Kollegen Mannsein Meuser muss pädagogischen Passage Passung Person privaten professionellen Referendariat reflexiven Reifizierung Rektor Rektorin Rolle Schülerinnen und Schülern Schulleiter Schulleiterin Segregation Sequenz Sichtweise sieht Situation Sören sowie soziale Stelle Subtyp Tätigkeit tatsächlich Umgang Unterricht Unterrichtsformen unterschiedlichen vergeschlechtlichten Verhältnis Verunsicherung viel vielleicht vorliegenden Studie weiblich konnotierten weiblichen Kolleginnen weiter wenig wirklich zeigt zunächst

About the author (2010)

Dr. Robert Baar ist Akademischer Mitarbeiter am Institut für Erziehungswissenschaft der Pädagogischen Hochschule Heidelberg.

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