Allgemeine Systemtheorie: Geschichte, Methodologie und sozialwissenschaftliche Heuristik eines Wissenschaftsprogramms

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VS Verlag für Sozialwissenschaften, 1996 - Social Science - 381 pages
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Systemtheoretische Terminologien sind zum vertrauten Element wissenschaftli cher Diskussionen geworden. Die Begriffe der Information, der Komplexität, der Selbstorganisation und der Simulation scheinen dabei, den Begriffen der Kausalität, des wissenschaftlichen Gesetzes und des Experiments den Rang ab zulaufen. Die Herkunft des systemtheoretischen Vokabulars ist relativ jungen Datums, sie verweist auf eine Gruppe von Wissenschaften, die in den 40er Jah ren dieses Jahrhunderts entstanden sind. Informationstheorie und Kybernetik, Spiel- und Entscheidungstheorie, Operations Research und Computer Science gingen aus Fragestellungen hervor, die sich nicht in das disziplinäre System der klassischen Wissenschaften einfügten. Die von ihnen aufgeworfenen Probleme lagen quer zum gewohnten Verständnis von Erfahrung, Erklärung und Theorie, sie erforderten interdisziplinäre Begriffe und integrative Forschungsverfahren. Das systemtheoretische Programm, seit den 50er Jahren im Rahmen einer All gemeinen Systemtheorie kodifiziert, repräsentiert das Selbstverständnis dieser Gruppe von {raquo}Neuen Wissenschaften{laquo}, die neben einer veränderten methodi schen Situation der veränderten gesellschaftlichen Stellung von Wissenschaft Rechnung tragen wollten, indem sie die positivistische Trennung von Theorie und Technologie, von Tatsachen und Werten, von interner Logik und externen Zielsetzungen in Zweifel zogen. Noch in den 60er Jahren als revolutionäre Per spektive empfunden, ist die Allgemeine Systemtheorie im Laufe der Zeit zu ei ner Instanz geworden, die das Bewußtsein zahlreicher Wissenschaftler präg- und damit in Konkurrenz zur Analytischen Wissenschaftstheorie tritt.

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Contents

Einleitung
1
Vorgeschichte des modernen Systembegriffs
9
Kapitel Historische Dimensionen des Systembegriffs
18
Copyright

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Common terms and phrases

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About the author (1996)

Klaus Muller ist Hochschulassistent fur allgemeine und theoretische Soziologie an der Friedrich-Schiller-Universitat Jena.

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