Auf der Kippe: Wenn Ärzte, Justiz und Gesellschaft versagen – mein extremes Leben mit der Borderline-Krankheit

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Auf der Grenzlinie zwischen Leben und Tod

Ein psychisch Erkrankter, der wie ein Schwerverbrecher behandelt wird – ein Justizsystem, das sich keine Mühe gibt, die Fakten richtig zu beurteilen – und eine Gesellschaft, die lieber nicht so genau hinsieht: Dies ist die bewegende Biografie einer Borderline-Persönlichkeit, deren wahre Krankheit über Jahre nicht erkannt wird. Und es ist gleichzeitig ein kritisches Spiegelbild der deutschen Justiz und ihrer Behörden, die nicht zuletzt Mitschuld tragen am Lebensweg von Peter Detert.

Als Peter Detert sechs Jahre alt ist, lassen sich seine Eltern scheiden, und die Mutter verlässt das Haus, ohne sich jemals wieder zu melden. In den folgenden Jahren wechselt Detert achtmal die Schule, erlebt diverse Stiefmütter, Heime und Pflegefamilien. Er hat jedoch Glück: Das Heim, in das er mit sechzehn Jahren kommt, bietet ihm großen Halt. Er wird ein guter Schüler und besucht die Fachoberschule. Doch an der Schwelle zum Erwachsenensein bricht seine Krankheit aus, und sein Leben verändert sich auf dramatische Weise: Ohne einen für seine Umwelt erkennbaren Grund wirft er sich vor einen Lkw. Und es wird nicht sein letzter Suizidversuch bleiben. Das Borderline-Syndrom, eine Persönlichkeitsstörung, die – wörtlich übersetzt – die Grenzlinie zwischen einer Vielzahl von auffälligen neurotischen und psychotischen Verhaltensweisen und Gefühlen bedeutet, ist zu diesem Zeitpunkt noch weitgehend unerforscht und bleibt unerkannt. Falschtherapien bis hin zu Zwangseinweisungen in geschlossene Kliniken und die Forensik folgen. Schließlich driftet Peter Detert in die Kriminalität ab. Für einige Zeit wird er Deutschlands meistgesuchter Verbrecher. Erst als er einem verständnisvollen Richter begegnet, kann er sich schließlich nach Jahren doch noch aus diesem Teufelskreis befreien.

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About the author (2009)

Peter Detert, geboren 1966, wuchs in der Gegend von Bielefeld auf. Nach der mittleren Reife 1984 brach er die weitere Schulausbildung zum Fachabitur aufgrund seiner Borderline-Erkrankung ab. 1995 machte er den Abschluss zum Augenoptiker. Seit 2003 lebte er nach erfolgreicher Therapie und wieder im Besitz seiner vollständigen Bürgerrechte zusammen mit seiner Lebenspartnerin, der Künstlerin Martina Rambeaud, in Hamm/Westfalen. Doch die Todessehnsucht holte ihn wieder ein: Im Mai 2010 starb Peter Detert durch Selbstmord.





Im Mai 2010

Ingeborg Prior, geboren 1939, Journalistin und erfolgreiche Buchautorin, lebt und arbeitet seit 1960 in Köln. 1997 erschien ihr Buch »Der Clown und die Zirkusreiterin. Eine Liebe in finsterer Zeit«, es folgte u. a. »Die geraubten Bilder – Die abenteuerliche Geschichte der Sophie Lissitzky-Küppers und ihrer Kunstsammlung« sowie aktuell als Co-Autorin die Familiengeschichte der bekannten israelischen Komponistin Ella Milch-Sheriff: »Ein Lied für meinen Vater«.

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