Ausgrenzung der Homosexuellen aus der "Volksgemeinschaft": die Verfolgung von Homosexuellen in Köln 1933-1945

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Emons, 2003 - Gays - 304 pages
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Unter den Opfern des Nationalsozialismus haben schwule Männer aus verschiedenen Gründen einen besonderen Platz. Der gesellschaftlichen Stigmatisierung und Diskriminierung blieben sie in Deutschland auch nach Kriegsende weiterhin ausgesetzt. Die strafrechtliche Unterdrückung dauerte bis vor wenigen Jahren an, und eine Entschädigung wird den verfolgten Homosexuellen und der zerschlagenen Emanzipationsbewegung nach wie vor verweigert. Dies belegt, dass Forschungen zur Verfolgung von Homosexuellen im Nationalsozialismus auch heute eine hohe Relevanz haben. Jürgen Müller legt mit seiner Dissertation eine hervorragende Arbeit zu diesem Thema vor. Seine Kölner Lokalstudie zeigt sehr differenziert, dass es im NS-Staat, obwohl die Repression drakonisch war und rasch zunahm, keine einheitliche Verfolgung von Homosexuellen gab - eine zunächst provozierende Aussage, die Müller aber durch sorgfältige Quellenstudien belegt. Ziel war die Zerschlagung der schwulen Subkultur und der Ausschluss der Homosexuellen aus der "Volksgemeinschaft". Von dieser Ausgrenzungspolitik erhofften sich die NS-Machthaber eine disziplinierende und stabilisierende Wirkung auf Staat und Gesellschaft und eine Absicherung ihrer Macht. Es war also keine zielgerichtete Vernichtungspolitik gegenüber den Homosexuellen, sondern eine Verfolgung, die zielgerichtet instrumentalisiert wurde. Jürgen Müller zeigt, wie man mit einer differenzierten Betrachtungsweise der Realität gerechter wird als mit falschen Schlagworten wie "Homocaust". Die Fakten sind gleichwohl grauenhaft. lic. phil. Roger Portmann, Zürich (September 2003).

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Contents

Zum Geleit
10
Vorwort
11
Einleitung
13
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