Barthold Georg Niebuhr, eine Gedächtnisschrift zu seinem hundertjährigen Geburtstage, Wydanie 62

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1876 - 181
 

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Strona 169 - Der erste Theil war in der heitersten Gegenwart und ihrem dankbaren innigsten Genuß, in der vollkommensten Sorglosigkeit über die Zukunft, geschrieben: jezt blicken wir vor uns in eine, wenn Gott nicht wunderbar hilft, bevorstehende Zerstörung, wie die römische Welt sie um die Mitte des dritten Jahrhunderts unsrer Zeitrechnung erfuhr: auf Vernichtung des Wohlstands, der Freyheit, der Bildung, der Wissenschaft.
Strona 149 - So kam ich erst in reiferen Jahren und mit einem historischen Studium zu den heiligen Büchern zurück, die ich absolut kritisch, und, um ihren Inhalt als den Grund einer der merkwürdigsten Welterscheinungen zu studieren, las. Dies war keine Stimmung , worin der eigentliche Glaube erwachsen konnte, denn es war die des heutigen Protestantismus. Ich bedurfte keiner Wolfenbüttler Fragmente um die Abweichung der Evangelien wahrzunehmen, und die Unmöglichkeit kritisch auch nur eine haltbare Geschichte...
Strona 96 - Schwelgerei, auch die geistigste, zuwider; er konnte den epikureischen Zug bei Humboldt so wenig wie bei Goethe billigen; er hatte die Kunst nicht, sich selbst zu vergessen, ohne welche Rom nicht Rom ist. Immer wachsam und gespannten Geistes, sah er in Rom nur Stoff zur Arbeit, unbenutzte Schätze der Erkenntniss, ungelöste Aufgaben.
Strona 138 - Zu jenen Dichtern und unter den Prosaikern zu Herodot, Thukydides, Demosthenes, Plutarch, zu Cicero, Livius, Cäsar, Sallust, Tacitus — zu diesen bitte ich Dich dringend Dich zu wenden, Dich ausschliesslich an sie zu halten. Lies sie nicht, um ästhetische Reflexionen über sie zu machen, sondern, um Dich in sie hineinzulesen und Deine Seele mit ihren Gedanken zu erfüllen, um durch die Lectüre zu gewinnen, wie Du durch das ehrerbietige Zuhören bei der Rede grosser Männer gewinnen würdest....
Strona 91 - ... hoch stellt als Weisheit und Kunst die sie kleidet: in Philosophie und im Staat, oder auch nur die anspruchslose Gemeindeversammlung von Eisenerz (heißt es nicht so?), oder der gesunde Geist dessen der sie schildert. Dazu kommt das Religionswesen. — Eine glorreiche Ausnahme macht Ihr Landsmann Cornelius, der Ihnen in einigen Monaten einen Brief bringen wird: — das ist der Goethe unter den Malern, und in jeder Hinsicht ein frischer und mächtiger Geist: frei von aller Beschränktheit.
Strona 146 - In den katholischen Ländern stirbt die Klerisei aus, niemand wird bald mehr geistlich werden können oder wollen. Bei uns haben wir die Namen und Formen und ein allgemeines dumpfes Bewußtsein, daß es nicht richtig sei; jedermann ist unheimlich, wir fühlen uns wie Gespenster bei lebendigem Leibe.
Strona 157 - Einen günstigen können sie auch bei keinem Unparteiischen machen. Es ist so unsinnig, als ungerecht, zu strengen Zwangsmitteln gegen eine Sekte, die man mit Gewalt zur Partei macht, zu schreiten, ohne sich selbst im allergeringsten zu reformieren, ohne eine einzige der gerechtesten Beschwerden abzustellen. Welches Leben ohne Liebe, ohne Patriotismus, voll Mißmut und Groll entsteht aus solchen Verhältnissen zwischen Volk und Regierung.
Strona 174 - Ruheplatz nehme; er hörte näher und näher die gemeine Stimme des Tages, verglich die Idole des Tages mit den Götterbildern, die er in den Staub tritt. Darum graute ihm vor der nachbarlichen Umwälzung, weil er auf Umbildung unter uns nicht hoffte.
Strona 131 - Der letzte politische Vorgang an welchem Niebuhr lebhaften Antheil nahm, war der Process der Minister Carls X, er wurde mittelbare Veranlassung zu seinem Tode'.
Strona 174 - Arbeit. Er war berühmt, ehe er ein Wort geschrieben hatte, aber man wußte nicht recht, wohin er gehöre.

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