Bauernfehden: Studien zur Fehdeführung Nichtadliger im spätmittelalterlichen römisch-deutschen Reich, besonders in den bayerischen Herzogtümern

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Steiner, 2003 - History - 589 pages
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Nach der herrschenden Meinung galt das Recht auf Fehdefuehrung, d. h. auf gewaltsame rechtliche Selbsthilfe, als ein exklusives Herrenrecht, das ueberdies zu Lasten der herrschaftsunterworfenen Bev lkerung eingesetzt worden sein soll; lediglich die Befugnis zur Totschlagsfehde (Blutrache) habe jedermann zugestanden. Demgegenueber kann fuer die bayerischen Herzogtuemer dank der Landfrieden, der Landgebote und der Rechnungsueberlieferung des Herzogtums Bayern-Landshut gezeigt werden, da auch Buerger und Bauern Fehden fuehrten. Der Proze der Kriminalisierung ehedem gewohnheitsrechtlich verankerter privater Gewalt setzte im Fall der Fehden Nichtadliger lediglich frueher ein als bei den Adelsfehden. Fehdef lle aus allen Teilen des r misch-deutschen Reichs best tigen den anhand bayerischer Quellen erzielten Befund. Der Einsatz von Gewalt war demnach ein Strukturelement der mittelalterlichen Gesellschaft; alle gesellschaftlichen Gruppen trugen zur Produktion von Gewalt bei. Akzeptiert man dies, k nnen aber auch Handlungsoptionen und Widerstandspotential der herrschaftsunterworfenen Bev lkerung aufgezeigt werden, so da ihr ein Platz in der Geschichte jenseits der konventionellen Opferrolle zugewiesen werden darf. " ueberzeugend, grundlegend und innovativ." Historische Zeitschrift "Chrstine Reinle beeindruckt mit klarem methodischen Vorgehen, bester Kenntnis der Literatur und einer Fuelle von Material, das ueber die Anh nge auch fuer weiterfuehrende Forschungen aufbereitet ist." H-Soz-u-Kult "Gleich zu Beginn sei vorausgeschickt, da das Buch von Christine Reinle zu den wichtigsten Beitr gen der mittelalterlichen Sozial- und Kriminalit tsgeschichte der letzten Jahre geh rt." Zeitschrift fuer die Geschichte des Oberrheins .

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