Bd. 2. Abth. Aus dem Jahrhundert der Reformation (1500-1600)

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Verlag von S. Hirzel, 1889 - Germany
 

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Page 75 - Da ich ein Mönch war, schrieb ich Doctor Staupitzen oft, und einmal schrieb ich ihm: O meine Sünde, Sünde, Sünde! Darauf gab er mir diese Antwort: ,Du willst ohne Sünde sein, und hast doch keine rechte Sünde; Christus ist die Vergebung rechtschaffener Sünden, als die Eltern ermorden, öffentlich lästern, Gott verachten, die Ehe brechen :c., das sind die rechten Sünden.
Page 127 - EKG glaubte, so würde sie Gottes Herrlichkeit sehen; weil sie aber noch nicht glaubt, hat sie auch noch nichts gesehen.
Page 126 - Gott will und kann nicht leiden EKFG oder mein Sorgen und Treiben. Er will's ihm gelassen haben, deß und kein anders ; da mag sich EKFG nach richten. Glaubt EKFG das, so wird sie sicher sein und Friede haben : glaubt sie nicht, so glaube doch ich, und muß EKFG Unglauben lassen seine Qual in Sorgen haben; wie sich's gebührt allen Ungläubigen zu leiden.
Page 69 - Lehre, traf in einigen wichtigen Punkten nicht das Rechte, zuweilen war er gegen seine Gegner herb, ungerecht, ja grausam; aber dergleichen soll keinen Deutschen mehr irren, denn alle Beschränktheiten seiner Natur und Bildung verschwinden gegen die Fülle von Segen, welcher aus seinem großen Herzen in das Leben seiner Nation eingeströmt ist.
Page 125 - Teufel auf mich gehalten hätten, als Ziegel auf den Dächern sind, wäre ich dennoch mitten unter sie gesprungen mit Freuden. Nun ist Herzog Georg noch weit ungleich einem einigen Teufel. Und sintemal der Vater der abgründlichen Barmherzigkeit uns durch'« Evangelium hat gemacht freudige Herren über alle Teufel und Tod und uns gegeben den Ileichtum der Zuversicht, daß wir dürfen zu ihm sagen: herzliebster Vater...
Page 21 - Herd in der Schule, die Bacchanten aber in den Kämmerlein, deren zu St. Elisabeth etliche hundert waren; den Sommer aber, wenn es heiß war, lagen wir auf dem Kirchhof, trugen Gras zusammen, das man im Sommer...
Page 19 - Unsern zechten miteinander, und zog von da unser Haufe auf Halle in Sachsen, dort gingen wir in die Schule zu St. Ulrich.
Page 111 - Jch gebe nicht so viel auf euern 8ol. Jch bin eines Bauern Sohn, mein Vater, Großvater, Ahnherr sind rechte Bauern gewesen." — „Ja," versetzte Melanchthon, „auch im Dorfe würdet ihr ein Oberster, Schultheiß oder ein erster Knecht über die andern geworden sein." „Jch aber," rief Luther siegreich, „bin ein Baccalaureus, Magister, ein Mönch geworden, das steht im Gestirne nicht; darnach bin ich dem Papst in die Haare gefallen und er mir wieder, ich habe eine Nonne zum Weibe genommen und...
Page 117 - Behüte Gott, wie hat der Teufel dieses Organon geschändet!" Dann kehrte « der Gesellschaft den Rücken und trat zum Fenster, wie er gern that, wenn er betete. „Allhier," sagte dann Luther selbst, „mußte mir unser Herrgott herhalten, denn ich warf ihm den Sack vor die Thür und rieb ihm die Ohren mit allen Verheißungen des Gebets, die ich aus der heiligen Schrift zu erzählen wußte, so daß er mich anhören mußte, wenn ich anders seinen Verheißungen trauen sollte.
Page 124 - Christum habe, so daß ich mich wohl, wie ich auch von jetzt ab thun will, als einen Knecht und Evangelisten hätte rühmen und schreiben können. Daß ich mich aber zum Verhör und Gericht*) erboten habe, ist geschehen, nicht weil ich an der Wahrheit zweiselte, fondern aus überflüssiger Demuth, die Andern zu locken. — Jch hab

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