Begegnung und Austausch - Interkulturelles Lernen im Tandem

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GRIN Verlag, 2007 - 95 pages
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Magisterarbeit aus dem Jahr 2007 im Fachbereich Medien / Kommunikation - Interkulturelle Kommunikation, Note: 1,3, Humboldt-Universitat zu Berlin, 84 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Interkulturelle Begegnungen und interkulturelle Kommunikation gehoren zu ganz alltaglichen, oftmals unvermeidbaren Erfahrungen in unserer globalisierten Gegenwart. Die seit Jahren anhaltende Migration in die westlichen Industrienationen tragt ihren Teil dazu bei, dass Fremdheitserfahrungen in unserer multikulturellen Gesellschaft fur viele zunehmend zum Alltag gehoren. Zusatzlich nimmt dank der weltweit gestiegenen Mobilitat auch die Zahl der Auslandsaufenthalte, ob nun beruflich oder privat, stetig zu. All diese Entwicklungen fuhren dazu, dass besonders auf dem Arbeitsmarkt zunehmend die Forderung nach transkultureller Kommunikationsfahigkeit, nach interkultureller Kompetenz, als einer der Schlusselqualifikationen laut wird. Aufgrund der gestiegenen Nachfrage nach interkultureller Kompetenz sehen sich scheinbar immer mehr Menschen gezwungen, ganz gezielt interkulturelle Kontakte zu suchen, um die eigenen Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Eine Moglichkeit dafur stellt das Sprachlernprogramm Tandem dar. Tandemlernen bedeutet zunachst Begegnung, daher geht es neben der sprachlichen auch um eine interkulturelle Dimension. Diese ist der Hauptgegenstand der im Folgenden vorliegenden Untersuchung, wobei speziell die ethnologische Perspektive einen neuen Beitrag zur interkulturellen Kommunikationsforschung liefern soll. Mit Hilfe einer auf teilnehmender Beobachtung und einigen Einzelinterviews basierenden ethnographischen Feldforschung soll der Blick auf die Alltagserfahrungen und Handlungsstrategien der Tandempartner, insbesondere in Bezug auf ihren Umgang mit kultureller Differenz, gerichtet werden. Dabei zielt das Interesse vor allem auch darauf, wie interkulturelle Kommunikation und interkulturelles Lernen im Tandem im Einzelfall aussehen konnen - wie
 

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Contents

Einleitung
1
Sprachenlernen in Begegnungssituationen TANDEM 26 5 1 Geschichte der Tandem Idee
27
Zusammenfassung der Ergebnisse
85
Copyright

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Common terms and phrases

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Page 11 - ... Kultur ist ein universelles, für eine Gesellschaft, Organisation und Gruppe aber sehr typisches Orientierungssystem. Dieses Orientierungssystem wird aus spezifischen Symbolen gebildet und in der jeweiligen Gesellschaft usw. tradiert. Es beeinflusst das Wahrnehmen, Denken. Werten und Handeln aller ihrer Mitglieder und definiert somit deren Zugehörigkeit zur Gesellschaft. Kultur als Orientierungssystem strukturiert ein für die sich der Gesellschaft zugehörig fühlenden Individuen spezifisches...
Page 36 - sie ist deutend; das, was sie deutet, ist der Ablauf des sozialen Diskurses; und das Deuten besteht darin, das , Gesagte' eines solchen Diskurses dem vergänglichen Augenblick zu entreißen
Page 28 - B. ein Deutscher und ein Franzose), um sich gegenseitig beim Erlernen der Sprache des anderen zu unterstützen, wobei die Muttersprache des einen die Zielsprache des anderen ist und umgekehrt. Zur Eingrenzung des Gegenstandes ist es notwendig, zwei Ausprägungen des Lernens im Tandem zu unterscheiden: das Einzeltandem und den Tandemkurs.
Page 10 - Sie ist die kollektive Programmierung des Geistes, die die Mitglieder einer Gruppe oder Kategorie von Menschen von einer anderen unterscheidet.
Page 21 - Interkulturelles Lernen findet statt, wenn eine Person bestrebt ist, im Umgang mit Menschen einer anderen Kultur deren spezifisches Orientierungssystem der Wahrnehmung, des Denkens, Wertens...
Page 84 - eine Form des sozialen Lernens, das durch die Erfahrung kultureller Unterschiede und in Form kultureller Vergleiche sowohl zu einer genaueren Analyse und Relativierung der eigenen kulturellen Normen und Sozialsysteme als auch zum Abbau kultureller (nationaler) Vorurteile führt, wenn es zu Metakommunikation über kulturelle Normen und Unterschiede kommt
Page 18 - Von interkultureller Interaktion und Kommunikation sprechen wir, wenn die Begegnungspartner verschiedenen Kulturen angehören und wenn sich die Partner der Tatsache bewußt sind, daß der jeweils andere „anders" ist, wenn man sich also wechselseitig als „fremd
Page 36 - Form festzuhalten (...)" (ebd.: 28). Indem der Ethnograph den sozialen Diskurs niederschreibt, „(...) macht er aus einem flüchtigen Ereignis, das nur im Moment seines Stattfindens existiert, einen Bericht, der in der Niederschrift des Geschehenen existiert und wieder herangezogen werden kann
Page 24 - Zum einen geht es ihm um eine Sensibilisierung für die Andersartigkeit der fremden Kultur (besonders für kulturbedingte Wirkungsweisen von Äußerungen und Verhaltensmustern sowie deren subtiler sozialer Bedeutung), die es darzustellen, zu begründen und zu hinterfragen gilt, zum anderen um eine kritische Reflexion eigener gesellschaftlicher Normvorstellungen und Selbstverständlichkeiten.
Page 28 - Gemäß unseren Untersuchungen steht für die Tandempartner nicht das Sprachenlernen im Zentrum, sondern das konkrete Entdecken einer anderen, fremden Kultur: Das Lernen der fremden Sprache ist so gesehen ein Nebenprodukt einer Begegnung zwischen zwei Menschen verschiedener Kulturen.

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