Beiträge zur Geschichte August Hermann Francke's, enthaltend den Briefwechsel Francke's und Spener's

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Verlag der Buchhandlung des Waisenhauses, 1861 - Letters - 475 pages
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Page 51 - Hauptquelle, nemlich der Unglaube oder bloße Wahn-Glaube, damit ich mich selbst so lange betrogen. Und da ward mir mein gantzes Leben und alles, was ich gethan, geredt und gedacht 30 hatte als Sünde und ein großer greuel für Gott fürgestellet.
Page 50 - Gott und seinem geoffenbahrten wesen und willen gelernet, nicht das geringste mehr übrig war, das ich von Hertzen geglaubet hätte. Denn ich glaubte auch keinen Gott im Himmel mehr, und damit war alles aus, daß ich mich weder an Gottes noch an menschen wort mehr halten kunte, und ich fand auch damahls in einem so wenig Krafft als in dem andern.
Page 52 - Sontag abend nieder auff meine Knie, und rieffe an den Gott, den ich noch nicht kante, noch Glaubte, um Rettung aus solchem Elenden zustande, wenn anders warhafftig ein Gott wäre. Da erhörete mich der Herr, der lebendige Gott, von seinem h. Thron, da ich noch auff meinen Knien lag.
Page 50 - Texte gedachte sonderlich Gelegenheit zu nehmen von einem wahren lebendigen Glauben zu handeln, und wie solcher von einem bloßen menschlichen und eingebildeten Wahnglauben unterschieden sei.
Page 54 - Meine vernunfft stand nun gleichsam von ferne, der Sieg war ihr aus den Händen gerissen, denn die Krafft Gottes hatte sie dem Glauben unterthänig gemachet.
Page 49 - Gott nahm mich gleichsam bey der Hand und leitete mich wie eine Mutter ihr schwaches Kind leitet...
Page 50 - Gottes wort ist, die Türcken geben ihren Alcoran, und die Juden ihren Talmud auch dafür aus, wer wil nun sagen, wer recht habe. Solches nahm immer mehr die Überhand, biß ich endlich von dem allen was ich mein Lebenlang, insonderheit aber in dem über acht Jahr getriebenen studio theologico von Gott und seinem geoffenbahrten wesen und willen gelernet, nicht das geringste mehr übrig war, das ich von Hertzen geglaubet hätte.
Page 50 - Ich wolte mich hier und damit auffrichten, und gleichsam die traurigen gedancken damit verjagen, aber es wolte nichts hinlänglich seyn. Ich war bißhero nur gewohnet meine Vernunfft mit guten gründen zu überzeugen, weil ich im hertzen von dem neuen wesen des Geistes wenig erfahren hatte. Darum meynte ich mir nun auch durch solchen weg zu helffen, aber je mehr ich mir helffen wolte, je tieffer stürtzte ich mich in unruhe und zweiffel. Ich nahm zur Hand Hrn.
Page 35 - Erneuerung sei, wußte auch wohl eins vom andern zu unterscheiden, und es mit den Sprüchen der Schrift zu beweisen, aber von dem allen fand ich nichts in meinem Herzen, und hatte nichts mehr als was im Gedächtnis und Phantasie schwebte.
Page 35 - Es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen und züchtiget uns, daß wir sollen verleugnen das ungöttliche Wesen und die weltlichen Lüste und züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt...

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