Wissenschaftliche und teilnehmende Beobachtung, Bestandteile, Formen und die "Marienthal-Studie"

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GRIN Verlag, Apr 28, 2006 - Social Science - 18 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2004 im Fachbereich Soziologie - Methodologie und Methoden, Note: 1,3, Fachhochschule im Deutschen Roten Kreuz Göttingen (Hochschule wurde zum 01.10.2008 geschlossen), Veranstaltung: Empirische Sozialforschung, 12 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Allgemein betrachtet, basiert jede Datenerhebungsmethode auf einem Beobachtungsvorgang, der das Wahrnehmen unserer Umwelt durch Sinnesorgane beinhaltet. Somit stellt die Beobachtung sowohl in der empirischen Sozialforschung als auch in anderen Wissenschaftsdisziplinen, beispielsweise der Recherche von literarischen und journalistischen Sozialreportagen oder der Psychologie eines der ursprünglichsten Verfahren dar. Was verstehen wir unter Beobachtung? Die wissenschaftliche Beobachtung ist„das systematische Erfassen, Festhalten und Deuten sinnlich wahrnehmbaren Verhaltens zum Zeitpunkt seines Geschehens“ (Atteslander 2003, S. 79).Den Unterschied zur alltäglichen Beobachtung erklärt Atteslander folgendermaßen:„Während alltägliches Beobachten der Orientierung der Akteure in der Welt dient, ist das Ziel der wissenschaftlichen Beobachtung die Beschreibung bzw. Rekonstruktion sozialer Wirklichkeit vor dem Hintergrund einer leitenden Forschungsfrage.“ Weitere Unterschiede sind die Anwendung systematischer Verhaltensweisen und die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den erlangten Ergebnissen bei der Beobachtung als Datenerhebungsmethode. Durch die Beobachtung kann gegenwärtiges Geschehen festgehalten und somit ein real existierendes Verhalten registriert werden. Im Gegensatz zur Befragung, bei der der Befragte nur eine Antwort bezüglich eines möglichen Verhaltens gibt, die zudem subjektiv verarbeitet und interpretiert ist, befasst sich die Beobachtung mit effektiv sozialem Verhalten. Jürgen Friedrichs weist allerdings auf die verhältnismäßig seltene Anwendung der Beobachtung in der Soziologie hin. Grund hierfür ist,„dass die Beobachtung Hypothesen über das Verhalten von Individuen verlangt, zu denen dann Analysen und Prognosen nötig sind. In den Hypothesen sind Variablen enthalten, deren Messung anhand der Kategorien des Forschers erfolgt; er interpretiert Bewegung, räumliche Distanz und Interaktionen“ (Friedrichs 1980, S. 269).Folglich steht die Interpretation des Betroffenen der des Akteurs gegenüber. Ziel meiner Ausarbeitung ist es zunächst, einen Überblick über die wissenschaftliche Beobachtung und deren Bestandteile zu geben, bevor ich die einzelnen Formen der Beobachtung näher erläutere. In einem weiteren Schritt werde ich die Datenerhebungsmethode „Beobachtung“ anhand der „Marienthal-Studie“, die als berühmteste teilnehmende Beobachtung gilt, vorstellen.
 

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2.1 Quantitative 2.2 Bestandteile 2.2.1 Das Beobachtungsfeld 2.2.2 Die Beobachtungseinheiten 2.2.3 Der Beobachter 2.2.4 Die Beobachteten 3.2 Strukturierte 3.4 Teilnehmende 3.6 Direkte 4.1 Hintergrund 4.2 Vorgehensweise 4.3 Angewandte Methode 5.1.3 Völlige Identifikation 5.1.4 Reiner Beobachter 5.2 Beobachterschulung 5.3 Grenzen Akteure anhand Apathie Arbeitslosigkeit Atteslander 2003 Beobachter als Teilnehmer Beobachter ohne Interaktion Beobachter participant-as-observer Beobachterrolle Beobachters im Feld Beobachtungsdesigns Beobachtungsform Beobachtungsschema Bestandteile der Beobachtung Betroffenen beziehungsweise Datenerhebungsmethode Diekmann differenziertes Distanz Ergebnisse Ethnozentrismus Feld complete observer Feld complete participant Form der Beobachtung Forscher und Beobachter Forschungsteam Forschungsziele going native hierbei Hingegen Interaktionen im Feld Kleideraktion Laborbeobachtung Lamnek Lazarsfeld losigkeit Marienthal Marienthalstudie obachter Partizipationsgrad im Feld passiv teilnehmende Beobachtung Probleme qualitative Sozialforschung quantitativen Beobachtung Reliabilität Rolle als forschender schung selektiven Wahrnehmung Situation somit sowie soziale Feld soziale Wirklichkeit Soziologie Strukturierte und unstrukturierte Studie Teilnahme des Beobachters Teilnehmer als Beobachter Teilnehmer observer-as-participant Teilnehmerrolle unsere unstrukturierte Beobachtung Unterschied Validität verdeckten Beobachtung verschiedene wissenschaftliche Beobachtung

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