Bernd Alois Zimmermann - Betrachtungen zu Werk und Person unter besonderer Berücksichtigung der Zeitproblematik

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GRIN Verlag, Aug 13, 2006 - Music - 22 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2005 im Fachbereich Musikwissenschaft, Note: 2,3, Universität Potsdam (Institut für Musik ), Veranstaltung: Seminar: Im Spagat zwischen Notation und Interpretation - eine Einführung in Aufführungspraxis und Spieltechniken der Neuen Musik, 9 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Bernd Alois Zimmermann, am 20.3.1918 in der Nähe von Köln geboren, galt keineswegs als musikalisches Wunderkind. Erst nach und nach entdeckte er seine Berufung zur Musik und insbesondere zur Komposition. Trotz des Studiums der Schulmusik, das er nach Kriegsende fortsetzte und abschloß, betrachtete er sich bald ausschließlich als Komponist. Da aber die eigenen originalen Schöpfungen zu keinem Zeitpunkt eine finanzielle Unabhängigkeit einbrachten, war Zimmermann zeitlebens auf das Arrangement von Unterhaltungsmusik, die Produktion von Hörspielmusiken oder Lehrtätigkeiten an der Kölner Musikhochschule angewiesen. - Zweifelsohne haben wir es mit einem sehr grüblerischen Menschen zu tun, dessen emotionale und gedankliche Unruhe sich zu einer bedrückenden Last entwickelte. Die Neigung zu Melancholie und Depression gipfelte schließlich in einem schweren seelischen Zusammenbruch, welcher im Winter 1969/70 einen mehrmonatigen Aufenthalt in einer Nervenklinik erforderte. Anschließend konzentrierte Zimmermann seine letzte Kraft auf die Vollendung zweier Auftragswerke, der OrchesterskizzenStille und Umkehrund der ekklesiastischen AktionIch wandte mich und sah an alles Unrecht, das geschah unter der Sonne.Kurz darauf, am 10.8.1970, nahm er sich im Alter von 52 Jahren das Leben. Seit dem hat sich das Werk Zimmermanns durchaus behaupten können, was sowohl die Reihe der in- und ausländischen Aufführungen seiner OperDie Soldaten,als auch die anhaltende Präsenz der Orchesterstücke in den Spielplänen zeigt. Das Ziel der vorliegenden Arbeit besteht darin, einen Einblick in die widersprüchliche und spannungsreiche Welt des Komponisten zu gewähren. Ausgehend von grundlegenden geistigen, ästhetischen und kompositorischen Orientierungen, welche zuweilen durch biographische Informationen flankiert und kontrastiert werden, richtet sich der Fokus schließlich auf die Zeitproblematik als Schwerpunkt. Dabei geht es zunächst um ihre philosophischen Voraussetzungen, gefolgt von den Aspekten der musikalischen Umsetzung und einer exemplarischen Analyse des OrchesterstücksPhotoptosis,welche sich im wesentlichen auf die Untersuchungen von Irmgard Brockmann stützt. Auf allen Betrachtungsebenen begegnen wir überdies dem Gegensatz aus Einheit und Vielheit, der wie eine Art Leitfaden immer wieder mit unterschiedlicher Schärfe auftaucht und vielleicht ein Kernelement in Zimmermanns Universum darstellt.
 

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