Bertolt Brechts "Herr Puntila und sein Knecht Matti" - die Darstellung der Figur des Matti: Unter anderem im Kontext der Entstehungsgeschichte und anhand der Vorlagen „Der Fröhliche Weinberg“(Carl Zuckmayer) sowie „Die Sägemehlprinzessin“ (Hella Wuolijoki)

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GRIN Verlag, 2007 - 88 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,7, Georg-August-Universitat Gottingen (Seminar fur deutsche Philologie), Veranstaltung: Hauptseminar: Bertolt Brecht, 16 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: In Brecht einzigem Volksstuck" werden hinter Schwank und burlesker Leichtigkeit der starke Gegensatz zwischen einem finnischen Gutsbesitzer und seinem Chauffeur und Knecht kritisch dargestellt. Nach einer Darstellung der komplexen Enstehungsumstande wird ein Vergleich zwischen der Titelfigur des Brecht'schen Dramas, dem Knecht Matti" und zwei vermeintlichen Vorlagenfiguren in fruheren Volksstucken gezogen. Inwiefern waren diese Figuren Wegweiser, Vorbilder oder Gegenbilder zu Brechts Konzept der Knechtfigur Matti? Als Grundlage fur die weiteren Darstellungen soll zunachst die Figur Matti untersucht werden. Dabei soll mit der zentralen Herr-Knecht-Beziehung begonnen werden. Inwieweit stehen Puntila und Matti in Abhangigkeit zueinander? Wie wird dieses Verhaltnis gezeichnet? Daraufhin sollen Mattis Charakterzuge gesondert betrachtet und schliesslich sein Verhaltnis zu Puntilas Tochter Eva untersucht werden. Auf Grundlage der Darstellung Mattis soll in Zuckmayers Volksstuck Der frohliche Weinberg" das vermeintliche Pendant zu Matti, der Rheinschiffer Jochen, innerhalb der entsprechenden Figurenkonstellation betrachtet werden. Dass die Figur Jochen wirklich als Vorlage diente, ist genauso umstritten wie auch, ob es sich bei diesem Stuck um die wirkliche Vorlage fur Brechts Puntila handelte und soll anschliessend anhand des Forschungsdiskurses dargestellt werden. Das zweite zu untersuchende Volksstuck, die Sahanpuruprinsessa," (auf Deutsch: Die Sagemehlprinzessin") von Hella Wuolijoki, die Brecht als Vorlage fur seinen Puntila" diente, liegt fur diese Arbeit in einer deutsch ubersetzten Filmfassung vor. Interessant ist in diesem Stuck die mogliche Vorlagenfigur fur Matti, der Anwalt Dr. Sel
 

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Page 10 - Was heißt: einen Menschen? Bist du ein Mensch? Vorhin hast du gesagt, du bist ein Chauffeur. Gelt, jetzt hab ich dich auf einem Widerspruch ertappt! Gib's zu!
Page 6 - ... was ich zu tun habe, ist, den zugrunde liegenden schwank herauszuarbeiten, die psychologisierenden gespräche niederzureißen und platz für erzählungen aus dem finnischen Volksleben oder für meinungen zu gewinnen, den gegensatz >herr< und >knecht...
Page 24 - JOCHEN Schweig du! Wenn ich dich nit lieb hätt, würd ich en harte Ausdruck gebrauche. KLÄRCHEN Jochen! Sei doch nit so grimmig! Hör mich doch erst an! JOCHEN Aber den Kerl, mit seine angelaufene Schnitt im Gesicht und seine Wurschtfinger, den Saukerl, den mach ich kalt, dem hau ich die Himmelfahrt in Fetze, dem zerbrech ich jed Knöchelche im Leib! KLÄRCHEN Aber Jochen! Du bist ja ganz falsch dran! Du weißt ja gar nit ... JOCHEN Nimmst dun auch noch in Schutz? Desto schlimmer ergeht's ihm!...
Page 7 - Weil halt in diesem Leben / Das Korn nicht den Flegel drischt / Und weil das Öl sich eben / Nicht mit dem Wasser mischt.» Puntila ist kein «Zerrissener» mehr, den die Reue und schlechte Laune überkommen, wenn er nüchtern wird, sondern ein Mensch mit zwei Seelen, die die Trennung in Mensch und Vertreter seiner Klasse verdeutlichen, zu der die gesellschaftlichen Verhältnisse zwingen.
Page 25 - Mir komme von unne ruff un schaffe's uns selber! GUNDERLOCH Aber was en Weinberg is, das kann ma sich nit schaffe, das is viele hundert Jahr alt, das muß einer mitkriege wie sei Lung - und sei Leber!
Page 24 - Musik hört plötzlich auf, die Tänzer kommen aus dem Saal und versperren den Ausgang. KNUZIUS verbeugt sich mit Hackenklappen vor Babettchen: Man dankt, gnädiges Fräulein. BABETTCHEN Oh, es war mir ein Vergnügen! KNUZIUS tritt zum Tisch Gunderlochs und der 'Weinhändler, ergreift ein Glas: Darf ich mir erlauben, aufs ganz Spezielle der hochverehrlichen pp Honoratioren einen kräftigen sine sine cum cum hchc zu kommen?
Page 5 - ... mit h[ella] w[uolijoki] ein volksstück für einen finnischen Wettbewerb begonnen, abenteuer eines finnischen gutsbesitzers und seines schofförs. er ist nur menschlich, wenn er betrunken ist, da er dann seine interessen vergißt.
Page 26 - Das Volksstück ist eine lange verachtete und dem Dilettantismus oder der Routine überlassene Gattung. Es ist an der Zeit, ihr das hohe Ziel zu stecken, zu dem ihre Benennung diese Gattung eigentlich von vornherein verpflichtet.
Page 28 - Arbeit am >Puntila<. Hella Wuolijokis Stück, halb fertig, ist eine Konversationskomödie. (Der nüchterne Puntila ist nur der betrunkene mit einem Katzenjammer, also übellaunig, der gewöhnliche Trinker. Sein Schofför ist ein Gentleman, der die Fotografie der Tochter gesehen und sich als Schofför hat engagieren lassen, usw.) Jedoch zieht sie noch einen Film zu, aus dem wertvolle Elemente kommen (die Fahrt nach legalem Schnaps und die Bergbesteigung), Elemente epischer Art. Was ich zu tun habe,...

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