Bildung und Geschlecht zwischen Moderne und Postmoderne: Zur Verknüpfung von Bildungs-, Biographie- und Genderforschung

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VS Verlag für Sozialwissenschaften, Apr 30, 2003 - Education - 273 pages
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Ziel dieser Arbeit ist es, die Kategorien "Bildung" und "Geschlecht" aufein ander zu beziehen. Allgemein gilt Bildung im demokratischen Diskurs als universell, so dass die Einbeziehung der Kategorie "Gesch1echt" im main stream bildungstheoretischer Diskussionen als zu speziell oder als historisch uberholt angesehen wird. Es wird davon ausgegangen, dass Bestimmungen uber Bildung fur aile Menschen gleichermaBen gelten, dass man weder Ge schlecht (gender), noch Schicht oder Klasse (class), noch Farbe oder Rasse (race) oder anderes speziell berucksichtigen musse. Entgegen dieser Meinung bin ich der Auffassung, dass die behauptete Universalitat von Bildung die hierarchischen Bestimmungen des Geschlechterverhliltnisses im Rahmen des Systems der Zweigeschlechtlichkeit unterschwellig perpetuiert und damit Ungleichverhaltnisse durch Nichtbenennung beibehalt. Die Notwendigkeit der Verbindung der Begriffe "Bildung" und "Geschlecht" wird nicht allein von mir vertreten. Verschiedentlich sind in der Literatur in diesem Bereich Forschungsdefizite benannt worden. So monieren RendtorffIMoser (1999), dass der "gegenwartige bildungstheoretische Diskurs [ . . . ] zwar zum Teil Verknupfungen von Bildungsbegriff und Subjekttheorie vor[ nimmt] , bislang allerdings fast ohne Berucksichtigung der Gesch1echterperspektive" (Rend torfflMoser, 1999,46) und dass "auch Untersuchungen zu geschlechterstruk turierenden Konstruktionen innerhalb erziehungswissenschaftlicher Theorie bildung nur in Ansatzen vorhanden" (ebd. , 56) seien. Auch Heinrichs (2001, 1999) stimmt dieser Einschatzung zu, ihrer Meinung nach "feh1en [ . . . ] in der Erziehungswissenschaft weitgehend Ansatze und Diskussionsforen zu Theo rien der Geschlechterkonstruktion" (Heinrichs, 2001, 18), sowie "Ansatze zur Theoretisierung des systematischen Zusammenhangs von Subjektkonsti tuierung, Geschlechterkonstruktion und Bildung" (ebd. , 202, vgl. auch Hein richs, 1999, 233).

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About the author (2003)

PD Dr. phil. habil. Heide von Felden, Fachbereich Erziehungswissenschaften, Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg.

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