Blumenlese aus den neuen schweizerischen Dichtern, Band 2

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Beliebte Passagen

Seite 132 - Kind geblieben. Wenn ich zu dir ins Freie kam! Geliebte, die mit ew'ger Treue Und ew'ger Jugend mich erquickt. Du einz'ge Lust, die ohne Reue Und ohne Nachweh mich entzückt — Sollt ich dir jemals untreu werden. Dich kalt vergessen, ohne Dank, Dann ist mein Fall genaht auf Erden, Mein Herz verdorben oder krank! O steh mir immerdar im Rücken, Lieg ich im Feld mit meiner Zeit!
Seite 171 - Perlen leuchtend goldne Sonnen, Kommen, schwinden wie ein Traum, Doch gefüllt bleibt stets der Bronnen. Und nur du, mein armes Herz, Du allein willst ewig schlagen, Deine Lust und deinen Schmerz Endlos durch die Himmel tragen? Ewig neu der Wirbel ist, Zahllos aller Dinge Menge, Und es bleibt uns keine Frist, Zu beharren im Gedränge.
Seite 138 - Doch kann ich nie die Hoffnung ganz verlieren, Sind auch noch viele Nächte zu durchträumen, Zu schlafen, zu durchwachen, zu durchfrieren! So wahr erzürnte Wasser müssen schäumen, Muß, ob der tiefsten Nacht, Tag triumphieren, Und sieh: Schon bricht es rot aus Wolkensäumen!
Seite 135 - Ich hör' ein heimliches Dröhnen gehn Fern in des Gebirges dämmerndem Blau. Wie sehn' ich mich nach Gewitternacht, Nach Sturm und Regen und Donnerschlag — Nach einer tüchtigen Freiheitsschlacht, Nach einem entscheidenden Völkertag!
Seite 140 - Ob sie geschehn? Das ist hier nicht zu fragen; Die Perle jeder Fabel ist der Sinn, Das Mark der Wahrheit ruht hier frisch darin, Der reife Kern von allen Völkersagen. Es war der erste Schuß ein Alleswagen, Kind, Leib und Gut, an köstlichen Gewinn: „Blick her, Tyrann! was ich nur hab' und bin, Will ich beim ersten in die Schanze schlagen!
Seite 133 - Das ist die Kraft, die nimmer stirbt Und immer wieder streitet, Das gute Blut, das nie verdirbt, Geheimnisvoll verbreitet ! Solang noch Morgenwinde Voran der Sonne wehn, Wird nie der Freiheit Fechterschar In Nacht und Schlaf vergehn!
Seite 131 - Des Kinderauges freudig Leuchten Schon fingest du mit Blumen ein, Und wollte junger Gram es feuchten, Du scheuchtest ihn mit buntem Schein. Ob wildes Hassen, maßlos Lieben Mich zeither auch gefangen nahm: Doch immer bin ich Kind geblieben, Wenn ich zu dir ins Freie kam! Geliebte, die mit ewger Treue Und ewger Jugend mich erquickt, Du einzge Lust, die ohne Reue Und ohne Nachweh mich entzückt — Sollt...
Seite 154 - Faßte manchmal mich ein tiefes Leid; Doch wie kehrte schnell es sich in Freud', Wenn ich einen deiner Söhne sah! O mein Schweizerland, all mein Gut und Hab! Wann dereinst die letzte Stunde kommt, Ob ich Schwacher dir auch nichts gefrommt, Nicht versage mir ein stilles Grab! Werf...
Seite 157 - Wie ahnungsvoll er ausgezogen, Der junge Held, aus Kluft und Stein! Wie hat er durstig eingesogen Die Milch des Berges, frisch und rein! Nun wallt der Hirtensohn hernieder, Hin in mein zweites Heimatland: O grüß' mir all die deutschen Brüder, Die herrlichen, längs deinem Strand! So grüß...
Seite 135 - Herrlichkeit Langsam durch die schwelgenden Lande zieht. Das Himmelblau und der Sonnenschein, Die zehren und trinken mich gänzlich auf! Ich welke dahin in üppiger Pein, Im Blumenmeer versiegt mein Lauf.

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