Briefe der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm an Georg Friedrich Benecke aus den Jahren 1808-1829

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Vandenhoeck & Ruprecht, 1889 - Philologists - 187 pages
 

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Page 183 - Je weniger jetzt der Preußen sind, desto mehr hat jeder Einzelne von ihrem Ruhm zu zehren, und desto herrlicher stehen sie da ; durch Gewalt über Unschuldige werden sie vielmehr schwächer.
Page 183 - Teutschland stark, daß der Zwang gegen Sachsen ein Unrecht ist, und daraus nichts Frommendes springen kann. Jeder Staat ist am stärksten dann, wenn er seine leibliche und natürliche Macht walten läßt, nicht wann er daran zweifelt, und meynt, er müßte noch fremdes daran flicken. Will etwa der böse Geist in...
Page 4 - Lotzman] Lottman. * 1) J. Grimm schreibt am 1. Januar 1808 an Benecke: 'Die mir neulich von Wickram gesandten sachen behalte ich noch einige zeit, denn ich überzeuge mich immer mehr, dass dieser Wickram, über den man in litteraturbüchern vergebens nachschlägt, einer der vorzüglichsten, auch fruchtbarsten deutschen schriftsteller des 16. Jahrhunderts ist, mit ungewöhnlichem sprachreichtum und dem unschuldigsten stil'.
Page 174 - Detricus vrbem ad Romanam dignitatis imperatoriae in curiam pro documento certaminis per ipsum cum Hunis commissi in fronte detulisse, et propter hoc immortalitatis nomen vsurpassc narratur.
Page 182 - Preuszen sich doch entscheiden, ob es Sachsen aufgeben, oder mit den waffen behaupten wolle. Es ist zu glauben und zu hoffen, der gute geist wird walten, Preuszen Sachsen fahren lassen, und blosz ein stück der Lausiz, Wittenberg sammt Jüterbock davon nehmen.
Page 8 - III], hg. v. Karl STACKMANN. Berlin 1959.) und in Editionen romanischer Lyrik verwirklichte Anregung Jakob GRIMMS aufgenommen, der am 14. 3. 1810 an BENECKE schrieb: „Wie viel beßer, als bei Bodmer, laßen sich nicht bei Ihrer fleißigen Sonderung der Reime alle Lieder lesen! Das einzige, was ich dagegen auszusetzen habe, ist, daß Sie nicht noch den Schritt weiter gethan und nicht blos in den langen Liedern (Leichen) die einzelnen Strophen, sondern in den Strophen selbst die einzelnen Absätze...
Page 50 - Das höchste in der Sprachwißenschaft wird seyn : eine auf recht genaue, gründliche Provinzialgrammatiken gebaute allgemeine. Ich für mein Theil gestehe, daß ich mich in meinem Sprachstudium, wie überhaupt in allem meinem Lernen, mehr zu jenem häuslichen hingezogen fühle, weil die Schritte dabei fester und sicherer sind und das enge an und für sich zu demselben Resultat führen kann, wozu das weit ausgehende sich zusammenschließt. Doch achte ich auch die andere Art zu untersuchen hoch und...
Page 118 - Ich habe die Zeit her einige Briefe mit Grotefend über grammatikalische Gegenstände gewechselt. Er ist ein scharfsinniger, aber wie mir scheint, in seinem System eigensinnig versessener Mann; er hat es sich nämlich aus dem Latein und Griechischen abstrahiert und möchte es auf unsere Sprache, die sich nicht recht dazu hergeben will, anwenden. Die Methode, den Buchstab und das Wort treu zu sammeln und einfach aufzustellen, scheint mir viel sicherer zu der wahren Theorie hinzuführen, als wenn man...
Page 95 - Eine eben erhaltene Preisschrift von Rask . . . kann ich Ihnen nicht genug rühmen. Sie ist voll der scharfsinnigsten und richtigsten Gedanken; es freute mich sehr, manches ebenso gefunden und gedacht zu haben.
Page 123 - Kontaktaufnahme mit dessen früherem Schüler mit: Sehr angefeuert und bestärkt worden in dieser Untersuchung [Erstellung eines eigenen mhd. Reimregisters] bin ich durch einen vorgestern empfangenen Brief Lachmanns. Aus seinen Anmerkk. zu Köpke sah ich, daß er auf die Reime achtete (früher als wir andern), schrieb also an ihn und theilte ihm meine Resultate mit. Nicht nur bestätigt er sie mir vollkommen auch als die seinigen, sondern er ist noch weiter gegangen und geht noch weiter [...].137...

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