China und Tibet: Identitätsfindung im Spannungsfeld von Nationalismus und Regionalismus

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GRIN Verlag, 2007 - 40 pages
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Essay aus dem Jahr 1998 im Fachbereich Orientalistik / Sinologie - Chinesisch / China, 28 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Anmerkungen: Erstveroffentlichung (in gekurzter Fassung): 'China und Tibet im Spannungsfeld von Nationalismus und Regionalismus. Chinesischer und tibetischer Nationalismus und seine Entstehung', in: das neue China, 25.Jg. Nr. 3 (Sept. 1998), S. 21-24., Abstract: Ein grundlegender politischer Leitgedanke Chinas war stets die Schaffung und Bewahrung des Einheitsstaates, und zwar bei den meisten der diversen Reichsbildungen auf dem Boden des Reichs der Mitte, gleich ob sie nach- oder nebeneinander existierten. Dies bildet eine wesentliche Grundlage fur den chinesischen Anspruch, dass Tibet ein Teil Chinas sei. Der Blick dabei ist ruckwartsgewandt, der Anspruch fusst in der Geschichte. Das selbe trifft fur den (exil-) tibetischen Anspruch auf Unabhangigkeit zu, der eben diese Geschichte als Zeugin fur die Selbstandigkeit aufruft. Die Diskussion daruber, ob, wann und wie Tibet zu China gehort habe oder nicht, verschliesst dagegen die Augen vor unserem heutigen Anspruch, dass die Zugehorigkeit zu Staaten nicht mehr (allein) auf Geschichtsbetrachtungen basieren sollte. Dennoch bleibt zu sagen, dass vielen Streitpunkten zwischen dem Westen und Osten vollig unterschiedliche Staatsauffassungen zugrunde liegen, die sich im Wesentlichen am Unterschied zwischen National- und Nationalitatenstaat festmachen lassen. Das Phanomen divergierender Krafte ist als eine alte Konstante in der historischen Entwicklung des Reichs der Mitte anzusehen, und so birgt jede Tendenz zur Abnabelung" Ansatze zur neuerlichen Zersplitterung Chinas. Dies macht die Herrschenden so empfindlich bei nationalistischen Fragen. Die Frage aber, wie China in der Vergangenheit seine Identitat als Vielvolkerreich gefunden hat, wird in unserer Offentlichkeit nicht gestellt. Chinas Versuche, eine solche Identitat als multiethnisches Land zu bewahren, werden daher haufig"
 

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Page 5 - Vertretungsbefugnis im Verkehr mit dem Himmel war aber nicht auf ein bestimmtes Gebiet beschränkt, sondern sie traten dem Himmel stellvertretend für die ganze Welt gegenüber.
Page 6 - Das Weltbild der Chinesen blieb China-zentriert und blieb es mindestens bis zum Sturz der chinesischen Monarchie im Jahre 1911.
Page 11 - RA Stein: Les tribus anciennes des marches sino-tibetaines, Legendes, classification et histoire, (Bibliotheque de l' lnstitut des Hautes Etudes Chinoises, Vol.XV), Paris 1961, S.

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