C. F. Ph. v. Martius: Sein lebens- und characterbild insbesondere seine reiseerlebnisse in Brasilien, Volume 1

Front Cover
L. Denicke, 1869
1 Review
 

What people are saying - Write a review

We haven't found any reviews in the usual places.

Common terms and phrases

Popular passages

Page 219 - Ich behaupte vielmehr, daß die Natur sich immer reichlich, ja verschwenderisch erweise, und daß es weit mehr in ihrem Sinne sei, anzunehmen, sie habe, statt eines einzigen armseligen Paares, die Menschen gleich zu Dutzenden, ja zu Hunderten hervorgehen lassen.
Page 219 - Menschwerdung ein, und es entstanden die Menschen durch die Allmacht Gottes, überall wo der Boden es zuließ, und vielleicht auf den Höhen zuerst. Anzunehmen, daß dieses geschehen, halte ich für vernünftig ; allein darüber nachzusinnen, wie es geschehen, halte ich für ein unnützes Geschäft, das wir denen überlassen wollen, die sich gerne mit unauflösbaren Problemen beschäftigen und die nichts Besseres zu tun haben.
Page 111 - Ich versenke mich täglich in das grosse und unaussprechliche Stillleben der Natur, und vermag ich auch nicht, es zu erfassen in seiner göttlichen Pragmatik, so erfüllt mich doch die Ahnung seiner Herrlichkeit mit nie gefühlten Wonneschauern. — Es ist...
Page 28 - Der Inbegriff von Erfahrungskenntnissen und eine in allen ihren Theilen ausgebildete Philosophie der Natur (falls eine solche Ausbildung je zu erreichen ist) können nicht in Widerspruch treten, wenn die Philosophie der Natur, ihrem Versprechen gemäß, das vernunftmäßige Begreifen der wirklichen Erscheinungen im Weltall ist. Wo der Widerspruch sich zeigt, liegt die Schuld entweder in der Hohlheit der Spekulation oder in der Anmaßung der Empirie, die mehr durch die Erfahrung erwiesen glaubt, als...
Page 220 - Die Heilige Schrift", erwiderte Goethe, „redet allerdings nur von einem Menschenpaare, das Gott am sechsten Tage erschaffen. Allein die begabten Männer, welche das Wort Gottes aufzeichneten, das uns die Bibel überliefert, hatten es zunächst mit ihrem auserwählten Volke zu tun, und so wollen wir auch diesem die Ehre seiner Abstammung von Adam keineswegs streitig machen.
Page 113 - Blitze leuchtet der Sonnenrand; jetzt steigt die Sonne empor, — in einem Nu ist sie ganz über dem Horizonte, auftauchend aus feurigen Wellen, und wirft glühende Strahlen über die Erde hin. Die magische Dämmerung weicht...
Page 276 - ... Gesetzen gestaltende, sinnliche und geistige Anlagen, wie Theile ihres Ganzen entwickelnde und begeistende Weltseele; — ein blinder Mechanismus nach physikalisch - chemischen Zugkräften sich bis ins Einzelnste gliedernd, die Mischungen der Stoffe und ihre blinden Kräfte hier im todten Schraubengang erschöpfend, dort zu Sinnen, Vorstellungen und Empfindungen bis zum Menschengeiste sublimirend. Warum hätte Humboldt die höchste Ansicht zuerst gestellt, wenn sie sich ihm nicht, wie in moralischer...
Page 220 - Tage erschaffen. Allein die begabten Männer, welche das Wort Gottes aufzeichneten, das uns die Bibel überliefert, hatten es zunächst mit ihrem auserwählten Volke zu tun, und so wollen wir auch diesem die Ehre seiner Abstammung von Adam keineswegs streitig machen. Wir...
Page 216 - Ich begreife euch nicht, ihr guten Kinder, wie ihr Sujet und Musik trennen und jedes für sich geniessen könnt. Ihr sagt, das Sujet tauge nicht, aber ihr hättet es ignoriert und euch an der trefflichen Musik erfreut. Ich bewundere wirklich die Einrichtung eurer Natur, und wie euere Ohren im Stande sind, anmutigen Tönen zu lauschen, während der gewaltigste Sinn, das Auge, von den absurdesten Gegenständen geplagt wird.
Page 111 - Wie geheimnisvoll und stille ist alles um mich her! Ich wandle mit der Blendlaterne hinaus in die kühle Veranda und betrachte meine trauten Freunde: Bäume und Gesträuche, die um die Wohnung herstehen. Manche schlafen mit dicht zusammengelegten Blättern, andere aber, die...

Bibliographic information