Caesars Wahl zum Pontifex Maximus

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GRIN Verlag, Sep 8, 2003 - History - 15 pages
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Eines der wohl mächtigsten Machtinstrumente der menschlichen Gesellschaft sind, ganz allgemein, die Kirchen. Gründe dafür liegen nahe, da ganz offensichtlich jeder Mensch ein mehr oder weniger stark ausgeprägtes Bedürfnis nach Zugehörigkeit zu einer Gruppe, einem festen Halt durch geregelte Abläufe, bzw. nach Sicherheit und Führung innerhalb eines bekannten Umfeldes hat. Kirchliche Einrichtungen treten genau hier auf, indem verschiedenste Menschen durch einen gemeinsamen Glauben verbunden werden. Festgeschriebene Regeln zu dessen Befolgung werden unter den Gläubigen verbreitet und durch einige wenige, nach festen Ritualen bestimmten, Oberhäupter, beispielsweise Priester/Kardinäle/Bischöfe/Papst in christlichen Kirchen, erklärt, ausgelegt und vorgelebt. Diese Oberhäupter stehen und standen schon seit jeher meist an der Spitze von vielen tausend, beim christlichen Glauben gar von vielen Millionen Anhängern. Sie waren und sind immer noch in der Lage, Menschen durch ihre Vorgabe zu beeinflussen, zu manipulieren und sie für sich einzusetzen. Ihnen wird von ihren Anhängern nicht nur unglaublich viel Respekt, sondern vor allen Dingen Vertrauen entgegengebracht. Blind vertraut wird dabei nicht nur in finanziellen, sondern auch ganz persönlichen Dingen. Auch, oder besser ganz besonders ausgeprägt scheint dieses Machtphänomen im alten Rom gewesen zu sein. Man glaubte an eine ganze Familie von Göttern, von denen jeder einzelne eine ganz bestimmte Aufgabe hatte und von einer ganz bestimmten Gruppe von Priestern geehrt, besänftigt und ausgelegt werden musste. Der sakrale Oberste, der Pontifex Maximus, war dabei Verantwortlicher für das Funktionieren des Religionsbetriebes und so ein äußerst wichtiger und geachteter Mann im Staat. Caesar hat das Machtprinzip dieses Glaubens schnell begriffen und sich auch zunutze gemacht. Im Folgenden soll untersucht werden, inwiefern und in welchen Bereichen der Pontifex Maximus Macht ausüben konnte, wie sich dieses System im Vergleich zum vorausgehenden Königtum in der Republik änderte, warum Caesar so viel Mühe in die Erlangung dieses Postens steckte, wie er ihn bekam und was sich durch ihn nicht nur an der Institution, sondern auch politisch änderte. Vorerst allerdings ein kurzer Überblick über die Aufgaben und Kompetenzen des Oberpontifex zur Zeit der Monarchie in Rom, wie sich dies bei deren Sturz veränderte und welche Gründe Caesar hatte, sich für dieses priesterliche Amt zu bewerben.

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