"Cardillac" - Künstler und Verbrecher: Zu E.T.A. Hoffmanns "Fräulein von Scuderi"

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GRIN Verlag, 2011 - 44 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2003 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,0, Freie Universitat Berlin, 21 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: E.T.A. Hoffmanns Erzahlung Das Fraulein von Scuderi" ist seit ihrem erstmaligen Erscheinen 1820 in der Forschung in vielfacher Weise interpretiert worden: als erste Detektiverzahlung der deutschen Literaturgeschichte, als Gesellschafts- und Herrschaftskritik, die das inhumane Vorgehen der Justiz aufzeigen soll, als Heilsgeschichte, die das tugendhafte Fraulein in Gegensatz zur verfallenen und dekadenten Welt stellt, oder als Kunstlernovelle, die das Schicksal des genialen aber wahnsinnigen Cardillac schildert. Tatsachlich sind all jene nur Teilaspekte und erst zusammen ergeben sie die Erzahlung. Im folgenden soll dennoch das Augenmerk auf die Gestalt des Goldschmieds und Morders Rene Cardillac gerichtet werden. Er scheint dem Leser, dem Kritiker und dem Interpreten auf den ersten Blick eine ausserst fremde und absolut unmoralische Person zu sein. Bereits die ersten Rezensionen nach der Veroffentlichung verdeutlichen dies: ...] zu rechten ware dagegen mit dem Verf., dass er seine teuflische Figur Cardillac rein unmenschlich darstellt, indem er ihn allemal erst nach begangenen Mordthaten Ruhe und Seelenzufriedenheit als beharrlichen Zustand geniessen lasst, ein Zustand, zu dem das Phantasma vom bosen Stern ...] nicht hinreicht, dem nur die unmittelbarste Einwirkung des Satans ...] Statthaftigkeit und Wahrheit geben konnte. Auch ware vielleicht die Geschichte noch anziehender geworden, wenn der Bosewicht nicht als wunderlich, sondern als blosser Ausbund menschlicher Lasterhaftigkeit dastande."1 Cardillac lediglich vom moralischen Standpunkt aus zu beurteilen wird aber offensichtlich der Gestalt, die Hoffmann uns prasentiert, nicht gerecht. Denn er ist ja kein wahllos mordender Irrer, sondern eine komplexe Personlichkeit, die sich seinen Taten durchaus bewusst ist: Glaube nicht, dass"
 

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