Christa Wolfs "Medea. Stimmen": Eine feministische Interpretation

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GRIN Verlag, 2008 - 24 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft, Note: 1,3, Universitat Augsburg (Lehrstuhl fur Vergleichende Literaturwissenschaft / Neuere Deutsche Literaturwissenschaft), Veranstaltung: Seminar: Medearezeptionen von der Antike bis zur Gegenwart, 8 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: 996 erscheint Christa Wolfs Roman Medea. Stimmen. Die Autorin, die 1929 im ostdeutschen Landsberg a. d. Warthe geboren wurde, interpretiert den Medea-Mythos auf feministische Art und Weise neu, wobei sie die mannliche Kolonisierungsgeschichte kritisiert, die aus dem Mythos das machte, was wir heute noch von ihm kennen: die Geschichte einer schwarzen Magierin, die zahlreiche Verbrechen begeht und ihre Kinder umbringt. Sie versucht zu zeigen, dass der Mythos instrumentalisiert wurde, um die Herrschaftsstrukturen des Patriarchats zu festigen. Um erzahlen zu konnen, wie es wirklich gewesen ist - so weit man bei einem Mythos von einem Wirklichkeitsanspruch sprechen kann - versucht sie in die tiefen Schichten einzutauchen, den Kern aus den zahlreichen Bearbeitungen herauszuschalen. Bei ihren Recherchen findet sie u. a. Unterstutzung von der Anthropologin Heide Gottner-Abendroth. Der Roman zeigt, wie weit Menschen bereit sind zu gehen, um ihre Macht zu sichern, und dass Geschichte immer von den Siegern geschrieben wird. Medea, die als moralische und hilfsbereite Person dargestellt wird, wird zum Sundenbock, zum Opfer, das sich gegen Verleumdungen und Intrigen nicht wehren kann. "Sie haben aus jedem von uns den gemacht, den sie brauchen," sagt Medea zu Jason. "Aus dir den Heroen, und aus mir die bose Frau" Die vorliegende Arbeit geht in diesem Zusammenhang auf Medeas Herkunft ein, die in vielem einen Gegensatz zum patriarchalen Korinth darstellt, was erklart, warum Medea dort immer eine Fremde bleibt. Des Weiteren werden wichtige Motive behandelt, die in der Rezeptionsgeschichte immer wieder aufgegriffe
 

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