Christian Wilhelm Dohm und "Die bürgerliche Verbesserung der Juden"

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GRIN Verlag, May 10, 2010 - History - 14 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2005 im Fachbereich Geschichte Europa - and. Länder - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung, Note: 1,0, Universität Potsdam (Historisches Institut), Sprache: Deutsch, Abstract: Am 11. März 1812 wurde unter dem preußischen Kanzler Hardenberg nach langem Ringen ein Gesetz verabschiedet, das die Verbesserung der Lebensbedingungen der Juden in dem nur noch drittklassigen, unter französischer Besatzung leidenden Rumpfstaat zum Ziele hatte. An dem Zustandekommen des „Emanzipationsgesetzes“ hatte der damalige Kanzler maßgeblichen Einfluss. Jenes Gesetz war Teil der preußischen Reformen, welche nach der katastrophalen Niederlage bei Jena und Auerstedt 1806 mit dem Zwecke der Staatskonsolidierung und Abwehr einer Revolution notwendig geworden waren. Dem Edikt waren zahlreiche Diskussionen und verschiedene Entwürfe vorangegangen. Knapp 30 Jahre zuvor wurde die Debatte von Christian Wilhelm Dohm angestoßen, der mit seiner revolutionären Schrift „Über die bürgerliche Verbesserung der Juden“ eine neue Argumentationsgrundlage geboten hatte. Diese Arbeit entzündete 1781 eine breite Diskussion, wie und ob die Juden zu nützlicheren Gliedern der Gesellschaft erzogen werden konnten. Dieser Gedankengang spielte nach 1806 naturgemäß eine gewaltige Rolle, da der König und die Regierung bei ihrem Vorhaben, das französische Joch abzuschütteln, alle Teile des Volkes mobilisieren mussten. Es soll im Folgenden der epochale Charakter von Dohms Schrift verdeutlicht werden. Um diese herausragende Wichtigkeit allerdings fundiert darstellen zu können, ist es notwendig, sich kurz die rechtliche Stellung der Juden von ihrer förmlichen Wiederaufnahme in der Mark Brandenburg 1671 bis zum Tode Friedrich II. 1786 anzusehen. Hinzukommend sollen Dohms wichtigsten Thesen herausgearbeitet werden, um so seine Argumentationsweise nachvollziehbar darstellen zu können. Viele der Gedankengänge des preußischen Beamten erscheinen uns heute sicher als Selbstverständlichkeit. Für die damalige Zeit waren sie dies eben nicht. Daher darf der historische Blick bei der Untersuchung nicht verloren gehen. Zuletzt soll in einer kurzen Schilderung der Ereignisse die Wirksamkeit des Buches bis zum Jahr 1812 verdeutlicht werden, um wiederum die Stellung der Schrift als Ausgangspunkt der gesetzlichen Judenemanzipation in Preußen zu unterstreichen. Dohm nahm mit seinem Werk einen ganz entscheidenden Einfluss auf die gesellschaftliche und rechtliche Stellung vieler europäischer Juden. [...]
 

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