Da träumen sie von Lieb' und Glück!: 3 Schweizer Novellen

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J.G. Cotta Nachf., 1910 - 324 pages
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Page 15 - Wenn er es wäre! Doch war es kaum zu glauben, daß der Sohn eines der angesehensten und verdientesten Beamten und einer der ältesten Familien der Stadt seinen Ruf durch ein Unternehmen aufs Spiel setze, das bei allem höheren Zweck einer Windbeutelei aufs Haar ähnlich sah. Nein, das tat der junge stolze Mann nicht, der nach tüchtigen polytechnischen Studien seine Prüfung als Hochbauingenieur abgelegt hatte, jetzt mit schönem Erfolg auf einem großen Architektenbureau arbeitete und in manchen...
Page 11 - Die Erscheinung Spiros erregte viel Neugier in St. Iakob, seine seltsame Lebensgeschichte auch Mißtrauen unter den Männern; die größte Über» raschung für die Stadt aber war es, daß sich der Kapitän um Fahrgäste für den Aufstieg seines Luftschiffes „Sirius" bewarb. Das hatten frühere Aeronauten, die etwa die Stadt besuchten, nicht getan, sondern einfach der Menge das Schauspiel ihrer eigenen, meist sehr kurzen Luftfahrten geboten. Die merkwürdige Zumutung des in die Stadt geschneiten...
Page 14 - Mannes vater» ländisch und ehrenwert, wenn sie auch im gleichen Atemzug beifügten, unsere Militärausgaben seien zu groß, als daß das Land auch noch eine Flottille teurer Kriegsluftfahrzeuge anschaffen könnte. Die Damen aber schalten. Ist es nicht schon sehr traurig, wenn ein junger Offizier im Kriege fallen muß? Wozu mitten im Frieden sein wertvolles Leben aufs Spiel setzen? Hat ein junger Offizier nicht noch höhere Pflichten als das Ballonfahren? Zum Bei
Page 10 - Iagd nach dem Luftschiff! Vor Sonnenaufgang hatte sich der Tau so schwer an die Hülle des Ballons gesetzt, daß er nicht mehr zu halten war. In einer wilden Gebirgsgegend mußte sich das Paar seinen Verfolgern ergeben. Vorher aber erschoß Spiro auf die flehentlichen Bitten der Geliebten hin die Zirkassierin. Er selber fiel den Verfolgern in die Hände, wurde auf eine Burg geschleppt, einge...
Page 9 - Gipfel, Haupt an Haupt die Hochalpen, je nach Luft und Beleuchtung einmal so nah, daß man glaubt, von der nächsten grünen Höhe an sie heransteigen zu können, und dann wieder im Schleier der Ferne, der sie wie ein Traum umspinnt. Blauer See und weiße Gipfel jeden schönen Tag! Kein Wunder, daß die Leute von St.
Page 40 - Luftschiffahrt, namentlich der ersten, daß die erregte Seele keinen Gedanken, auch nicht den stärksten, lange festzuhalten vermag. Zu rasch wechseln die Bilder, zerstreuen die Sinne und lösen sie in ein träumendes Staunen auf. So ging es ihm. Auch erinnerte er sich seiner militärischen Aufgabe. Während ihm der Kapitän von Zeit zu Zeit die Höhenangaben machte, hielt er die Karten ausgebreitet...
Page 12 - Gefängnis gelegen hatte! — Erhob sich dieser Lebensroman, verbürgt oder unverbürgt, nicht wie eine Warnungstafel vor Kapitän Spiro? Zwei Ansichten stritten sich in der Bürgerschaft. Die einen waren für ein strenges polizeiliches Verbot der Anwerbung von Fahrgästen durch den Luftschiffer, die anderen neigten der Meinung zu: wenn sich in der schönen Stadt St.
Page 10 - Iahren als Kaufmann, dessen Verbindung bis an den Hof reichte, in Konstantinopel tätig gewesen. In Liebe zu einer Zirkassierin im Serail eines Großwürdenträgers entbrannt, habe er sich um des schönen Mädchens willen zum Luftschiffer ausgebildet. Ein kühner, nächtlicher Raub, Entführung durch die Lüfte, ein zur Verfolgung aufgebotener großer Reitertrupp, eine wilde Iagd nach dem Luftschiff!
Page 9 - Luft» schiffer war, wohl von nichts getrieben als von der Hoffnung auf ein gutes Geschäft, so unbekannt und unerwartet in der Stadt aufgetaucht wie ein neuer Irrstern aus den Tiefen des Himmels. Er lebte im ersten Fremdenhotel der Stadt, das sonst meist nur von Engländern besucht wird, erwies sich als ein großer Freund des Theaters und der Künstler...
Page 13 - Pasfagierfahrten im Ballon. vor der weiten Welt in den Ruf eines Krähwinkels kommen, so entsprach er den Wünschen des Luftschiffers, ja er überließ ihm für die Aufstiege großmütig den schönsten Platz der Stadt. Es war die alte prächtige Lindenpromenade am See, in der jeden Frühabend die vornehme Bürger...

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