Darstellung der Macht in Franz Kafkas Roman "Der Proceß" (Der Prozess)

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GRIN Verlag, 2007 - 108 pages
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Magisterarbeit aus dem Jahr 2004 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,85, Universitat Augsburg, 49 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Anmerkungen: Die Arbeit behandelt den Machtaspekt in Franz Kafkas Roman "Der Process." Dabei wird von einem zunachst allgemeinen Teil zur "Macht" schliesslich anhand von Sekundarliteratur und eigener Interpretation zu einer genaueren Textanalyse ubergegangen. Sowohl die einzelnen Figuren des Romans, als auch abstraktere Sachverhalte wie Schauplatze, Gruppenaspekte, Perspektiven, Erzahlweise und vieles mehr vervollstandigen die Arbeit.Anmerkung der Gutachter: Genaue und detaillierte Textarbeit , Abstract: Zur elementaren Relevanz des Motivs der Macht in Franz Kafkas Gesamtwerk bemerkte bereits vor einigen Jahren der Kafka-Experte Elias Canetti: Unter allen Dichtern ist Kafka der grosste Experte der Macht. Er hat sie in jedem ihrer Aspekte erlebt und gestaltet." Somit scheint eine Beschaftigung mit dieser Materie uberaus lohnenswert, auch wenn bereits einige Literatur zur Machttheorie im Process" existiert. Dennoch wurde dieses Thema bisher allenfalls als einer unter vielen Aspekten behandelt, das heisst oftmals als Teilkapitel in grosseren Werken zum Roman. Wer Sekundarliteratur zum Process" sucht, die das Substantiv Macht" bereits im Titel tragen, wird nicht allzu viele davon finden, stellvertretend seien aber zum Beispiel Hans H. Hiebel mit Die Zeichen des Gesetzes - Recht und Macht bei Franz Kafka" oder auch Sylvelie Adamzik mit dem Titel Kafka, Topographie der Macht" genannt. Dies soll aber nicht heissen, dass die Interpretation der Machtstrukturen dieses Romans bisher vernachlassigt wurde, denn eine Interpretation des Buches fuhrt zwangslaufig zu einer Diskussion uber die Existenz einer hochsten Machtinstanz. Deswegen haben viele Autoren, die sich an einer Interpretation uber Kafkas Process" versuchten, auch oft ein oder mehrere Teilkapitel zur Macht" in ihren We
 

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Contents

Einleitung
1
Schluss
3
S
13
S
20
S
28
S
34
S
44
S
50
S
57
S
65
S
71
S
85
S
100
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Common terms and phrases

Popular passages

Page 11 - Macht bedeutet jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel worauf diese Chance beruht.
Page 95 - Wir brauchen aber die Bücher, die auf uns wirken wie ein Unglück, das uns sehr schmerzt, wie der Tod eines, den wir lieber hatten als uns, wie wenn wir in Wälder verstoßen würden, von allen Menschen weg, wie ein Selbstmord, ein Buch muß die Axt sein für das gefrorene Meer in uns.
Page 83 - denn wenn man sich ihr anschließt, muß man alles, was der Türhüter sagt, für wahr halten. Daß das aber nicht möglich ist, hast du ja selbst ausführlich begründet.« »Nein«, sagte der Geistliche, »man muß nicht alles für wahr halten, man muß es nur für notwendig halten.
Page 24 - Ohne daß ihm der Besuch angekündigt gewesen wäre, saß K., gleichfalls schwarz angezogen, in einem Sessel in der Nähe der Türe und zog langsam neue, scharf sich über die Finger spannende Handschuhe an, in der Haltung, wie man Gäste erwartet. Er stand gleich auf und sah die Herren neugierig an. »Sie sind also für mich bestimmt?
Page 17 - Er war schlank und doch fest gebaut, er trug ein anliegendes schwarzes Kleid, das ähnlich den Reiseanzügen mit verschiedenen Falten, Taschen, Schnallen, Knöpfen und einem Gürtel versehen war und infolgedessen, ohne daß man sich darüber klar wurde, wozu es dienen sollte, besonders praktisch erschien. „Wer sind Sie?
Page 81 - Jemand mußte Josef K. verleumdet haben, denn ohne daß er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet.
Page 74 - Säbels, trat wie mit Absicht nahe an die nicht ganz unverdächtige Gruppe. Die Herren stockten, der Polizeimann schien schon den Mund zu öffnen, da zog K. mit Macht die Herren vorwärts. Öfters drehte er sich vorsichtig um, ob der Polizeimann nicht folge ; als sie aber eine Ecke zwischen sich und dem Polizeimann hatten, fing K. zu laufen an, die Herren mußten trotz großer Atemnot auch mit laufen.
Page 47 - Unsere Behörde, soweit ich sie kenne, und ich kenne nur die niedrigsten Grade, sucht doch nicht etwa die Schuld in der Bevölkerung, sondern wird, wie es im Gesetz heißt, von der Schuld angezogen und muß uns Wächter ausschicken. Das ist Gesetz. Wo gäbe es da einen Irrtum?< >Dieses Gesetz kenne ich nicht<, sagte K.
Page 21 - Da erhob sich der Schrei, den Franz ausstieß, ungeteilt und unveränderlich, er schien nicht von einem Menschen, sondern von einem gemarterten Instrument zu stammen, der ganze Korridor tönte von ihm, das ganze Haus mußte es hören.
Page 25 - Gleich aber vor dem Tor hängten sie sich in ihn in einer Weise ein, wie K. noch niemals mit einem Menschen gegangen war. Sie hielten die Schultern eng hinter den seinen, knickten die Arme nicht ein, sondern benützten sie, um Ks Arme in ihrer ganzen Länge zu umschlingen, unten erfaßten sie Ks Hände mit einem schulmäßigen, eingeübten, unwiderstehlichen Griff.

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