Darstellung von Gewalt in Bernhard von Clairvauxs Traktat "Ad Milites Templi. De Laude Novae Militiae"

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GRIN Verlag, 2007 - 56 pages
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Der Zisterzienser Bernhard von Clairvaux spielte eine außergewöhnliche Rolle in dem an Veränderungen und Umbrüchen reichen 12. Jahrhundert. Untrennbar verbunden ist sein Name mit dem zweiten Kreuzzug, in dem mit den Templern zum ersten Mal eine Ritterschaft auf den Plan getreten war, die sich zugleich als christlicher Orden begriff. Einen wesentlichen Beitrag zu dem Erfolg und dem starken Zulauf, den der Templerorden erfuhr, leistete Bernhard mit der "Lobrede auf das neue Rittertum". Selten sind die Kreuzzüge positiver bewertet worden als hier; nie zuvor wurde von einem Christen so aggressiv zur Gewalt gegen Andersgläubige aufgerufen. Neben der Untersuchung der vorliegenden Quelle bezüglich der Darstellung von Gewalt richtet sich der Fokus dieser Arbeit vor allem auf die Frage, auf welche Art und Weise die Gewalt in einem christlichen Kontext gerechtfertigt werden konnte und wie sie bewertet wurde. Zu beachten ist dabei zunächst, dass Bernhards Schrift keinen beschreibenden Charakter hat, ihr also kein reales Ereignis zugrunde lag, sondern dass es sich hier um einen reinen Aufruf zur Gewalt handelt. Dem entsprechend sind die Gewaltdarstellungen nicht detaillierter, sondern eher allgemeiner und abstrakter Art. Aus Gründen, die in der Arbeit erläutert werden, beschränkt sich die Untersuchung der Schrift auf die ersten vier Kapitel. Dabei spielt allein physische Gewalt eine Rolle; psychische und strukturelle Gewalt bleiben ausgeblendet, auch wenn gerade die vorliegende Quelle in dieser Hinsicht wohl sehr interessante Einsichten liefern könnte. Dazu ist hier aber kein Platz. Zu Beginn dieser Arbeit steht eine Auseinandersetzung mit der Person Bernhard von Clairvaux. Hierfür war es nötig, auf Beschreibungen und Urteile zurück zu greifen, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten. Das hat vor allem damit zu tun, dass es sich bei Bernhard um eine im katholischen Sinne "heilige" Figur handelt, was nicht selten dazu führt, dass die Auseinandersetzung mit seiner Person selbst in jüngster Zeit erschreckend unkritische und hagiographische Züge aufweist. Dem gegenüber steht oft eine "moderne" Herangehensweise, die Gefahr zu laufen scheint, den zeitlichen Kontext und die hochmittelalterliche Vorstellungswelt aus dem Auge zu verlieren und zu "modern" zu urteilen. In dieser Arbeit ist es hoffentlich gelungen, beide Pole gegenüber zu stellen und gleichzeitig den Spielraum für historische Interpretationen zu belassen.
 

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