Das anthroposophische Menschenbild Rudolf Steiners als Grundlage der Waldorfpädagogik- Ein Überblick

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GRIN Verlag, 2007 - 52 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Padagogik - Reformpadagogik, Note: 1,3, Johannes Gutenberg-Universitat Mainz, Veranstaltung: MS Anthropologie II, 11 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: In den letzten Jahren ist gerade das deutsche Schulsystem vor allem durch die Ergebnisse der Pisa-Studien zunehmend in Kritik geraten. Um ihren Kindern einen besseren Bildungsweg zu ermoglichen und ihnen somit auch hohere Chancen fur das spatere Berufsleben zu eroffnen, suchen immer mehr Eltern nach einer Alternative zu den staatlichen Gymnasien, Haupt- und Realschulen. Eine Alternative bieten die Waldorfschulen, die in der Offentlichkeit haufig polarisieren. Sie werden von ihren Befurwortern in den hochsten Tonen gelobt, als das einzig wahre" Schulkonzept propagiert und gleichzeitig von einem grossen Teil der Bevolkerung mit Vorurteilen konfrontiert und kategorisch abgelehnt. Eine Schule ohne Zensuren und ohne Sitzenbleiben wird in einer Gesellschaft wie der unsrigen, in welcher das gesellschaftliche Handeln durch universalistische Wertorientierungen sowie durch das Leistungsprinzip gekennzeichnet ist, nur schwer ernst genommen. Die meisten Vorurteile bestatigen sich allerdings bei einer Auseinandersetzung mit dem Konzept der Waldorfschulen nicht. Somit stellt sich die Frage, inwiefern sich das Konzept der Waldorfpadagogik von dem anderer Schulen unterscheidet und welches Menschenbild diesem Konzept zugrunde liegt. Die Anthroposophie Rudolf Steiners bildet die Grundlage der Waldorfpadagogik. Aus ihr leiten sich sowohl der Lehrplan als auch die verwendeten Methoden ab. Zunachst widme ich mich den Fragen, was genau unter Anthroposophie verstanden wird und wo die Ursprunge dieses Begriffes zu suchen sind. araufhin soll das anthroposophische Menschenbild in Bezug auf die Entwicklung und die vier Wesensglieder des Menschen sowie auf die Temperamentenlehre nach Steiner und die zentrale Vorstellung von Reinkarnation und Karma dargestellt werden
 

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Page 6 - Menschengeist 2/0 dagegen muß sich immer wieder und wieder verkörpern; und sein Gesetz besteht darin, daß er die Früchte der vorigen Leben in die folgenden hinübernimmt. Die Seele lebt in der Gegenwart. Aber dieses Leben in der Gegenwart ist nicht unabhängig von den vorhergehenden Leben. Der sich verkörpernde Geist bringt ja aus seinen vorigen Verkörperungen sein Schicksal mit. Und dieses Schicksal bestimmt das Leben.
Page 4 - Alles menschliche Schaffen beruht auf der Tätigkeit im Wachen, so weit das Offenbare in Betracht kommt. Diese Tätigkeit ist aber nur möglich, wenn der Mensch die Erstarkung seiner erschöpften Kräfte sich immer wieder aus dem Schlafe holt. Handeln und Denken schwinden dahin im Schlafe, aller Schmerz, alle Lust versinken für das bewußte Leben. Wie aus verborgenen, geheimnisvollen Brunnen steigen beim Erwachen des Menschen bewußte Kräfte aus der Bewußtlosigkeit des Schlafes auf. Es ist dasselbe...
Page 9 - Temperament steht mitten drinnen zwischen dem, was wir uns individuell mitbringen, und dem. was aus der Vererbungslinie stammt. Indem die beiden Strömungen sich vereinigen, färbt die eine Strömung die andere. Sie färben sich gegenseitig.
Page 4 - Ätherleib durchsetzt sein muß, so können die Kräfte des Ätherleibes sich nicht durch sich selbst mit dem Lichte des Bewußtseins durchleuchten. Ein Ätherleib, der bloß sich selbst überlassen wäre, müßte sich fortdauernd in dem Zustande des Schlafes befinden. Man kann auch sagen: er könnte in dem physischen Leibe nur ein Pflanzensein unterhalten. Ein wachender Ätherleib ist von einem Astralleib durchleuchtet...
Page 4 - Bewußt« losigkeit erweckt, ist im Sinne übersinnlicher Erkenntnis das dritte Glied der menschlichen Wesenheit. Man kann es den Astralleib nennen. Wie der physische Leib nicht durch die in ihm befindlichen mineralischen Stoffe und Kräfte seine Form erhalten kann, sondern wie er, um dieser Erhaltung willen, von dem Ätherleib...
Page 6 - Unvergänglich ist der Geist ; Geburt und Tod walten nach den Gesetzen der physischen Welt in der Körperlichkeit; das Seelenleben, das dem Schicksal unterliegt, vermittelt den Zusammenhang von beiden während eines irdischen Lebenslaufes. Alle weiteren Erkenntnisse über das Wesen des Menschen setzen die Bekanntschaft mit den „drei Welten" selbst voraus, denen er angehört.
Page 6 - Menschgeist muss sich immer wieder und wieder verkörpern; und sein Gesetz besteht darin, dass er die Früchte des vorigen Lebens in die folgenden hinübernimmt. Die Seele lebt in der Gegenwart. Aber dieses Leben in der Gegenwart ist nicht unabhängig von den vorhergehenden Leben. Der sich verkörpernde Geist bringt ja aus seinen vorigen Verkörperungen sein Schicksal mit. Und dieses Schicksal bestimmt das Leben. Welche Eindrücke die Seele wird haben können, welche Wünsche ihr...
Page 9 - Sehen Sie sich den Melancholiker an, wie er zumeist einen vorhängenden Kopf hat, nicht aus sich heraus die Kraft hat, den Nacken zu steifen; der vorgebeugte Kopf zeigt, daß die inneren Kräfte sich nirgends frei entfalten können, die den Kopf nach oben richten.
Page 16 - Fluss sein natürliches Strombett hat und man dieses durch menschliche Maßnahmen regulieren kann, so hat auch der...
Page 16 - Unterrichtsmethoden so gestalten, dass in dem Kinde nicht bloß der kalte Verstand in Wirksamkeit tritt und zur...

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