Das Argument für einen radikalen linguistic turn bei Jacques Derrida

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GRIN Verlag, Jul 28, 2011 - Literary Criticism - 34 pages
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Bachelorarbeit aus dem Jahr 2009 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,3, Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald (Deutsche Philologie), Sprache: Deutsch, Abstract: Kaum ein Student der Germanistik wird von sich behaupten können, er oder sie hätte während des Studiums nie mit dem Begriff ́linguistic turn` (linguistische Wende) operieren müssen. Trotz der fast allgegenwärtigen Präsenz des Begriffs sieht sich der Student mit der beständigen Zurückhaltung einschlägiger Lexika konfrontiert, dem Linguistic turn einen eigenen Eintrag zu gewähren. Innerhalb des theoretischen Diskurses meint ́linguistic turn`, dass vor allem dem geisteswissenschaftlichen Umgang mit jeglicher Form von Text eine kritische Reflektion über das Medium der Sprache vorangehen sollte. Diese Behauptung kann als grundlegende These dieser Arbeit angesehen werden. Sie gilt auch und insbesondere für den wissenschaftlichen Umgang mit Literatur. Die Erörterung dieser Behauptung werde ich, wie bereits dem Titel zu entnehmen ist, mit der Unterstützung Jacques Derridas versuchen. Bevor ich es jedoch wage, es mit den Dimensionen des Titels aufzunehmen, beabsichtige ich auf die Zirkulationsbewegung einzugehen, die durch das initiiert wurde, was den Begriff ́linguistic turn` letztlich hervorgebracht hat. Die Schlüsselbegriffe dieser Arbeit (Theorie, Strukturalismus, différence, Poststrukturalismus, différance, Dekonstruktion) sind von dieser Zirkulation in besonderem Maße beeinflusst. Zunächst werde ich also auf die Früchte der linguistischen Wende Bezug nehmen, einerseits um die Anlagen der Dekonstruktion nachzuzeichnen, andererseits um das Argument für einen radikalen ́linguistic turn` bei Jacques Derrida vorzubereiten. So verstanden ist Derridas Argument ein nachträgliches Argument für eine bereits am Anfang des letzten Jahrhunderts einsetzende Veränderung im Denken. Wenngleich jedoch nicht darüber hinweggetäuscht werden soll, dass die Beschäftigung mit der Sprache in der Philosophie eine weitaus längere Tradition hat, als der vergleichsweise junge Begriff ́linguistic turn`. Im Zuge der Beschäftigung mit den Anlagen der Dekonstruktion bin ich keineswegs darum bemüht, den schon so oft unternommenen Versuch zu unternehmen, die verborgene Ordnung in der Unordnung mit Konturen zu versehen, sondern – im Gegenteil – zu zeigen, dass Konturen nur sfumato in das breiige Durcheinander der Theorienlandschaft eingetragen werden können.
 

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Contents

Einleitung
Linguistische Wende
22 Literaturtheorie nach Jonathan Culler
3
23 Strukturalismus
5
24 Poststrukturalismus
6
25 Zwischenresümee
7
Die Differenz zwischen différence und différance
10
32 Erniedrigung der Schrift
12
33 Dezentralisierung der Struktur
15
34 Die Verzeitlichung des Verstehens
17
35 Aufgeschoben ist nieht Aufgehoben
21
36 Der doppelte Eingriff in den Text
24
Fazit Dekonstruktion und Alltag
26
Literaturverzeichnis
29

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