Das Bergwerk zu Falun. Der Kaiser und die Hexe. Das kleine Welttheater

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Insel-Verlag, 1907
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Page 76 - Bist du außen nicht wie innen, Zwingst dich nicht, dir treu zu sein, So kommt Gift in deine Sinnen, Atmests aus und atmests ein. Und von dem dir gleichen Leben Bist du wie vom Grab umgeben, Kannst den Klang der Wahrheit hören.
Page 125 - Mich überkommt ein ungeheurer Rausch, Die Hände beben, solches nachzubilden, Nur ist es viel zu viel, und alles wahr: Eins muß empor, die anderen zerfließen. Gebildet hab ich erst, wenn ichs vermocht Vom großen Schwall das eine abzuschließen. In einem Leibe muß es mir gelingen Das unaussprechlich Reiche auszudrücken...
Page 133 - Kräfte in der tiefsten Nacht mit glüh'ndem Munde unter sich zu reden: Wunderliches, aus dem Herzblut eines Kindes quellend, findet Antwort in der Gegenrede eines Riesenblocks von dunklem Porphyr!
Page 32 - Mir war Sehr wohl, könnt ich mich in die dunkle Erde Einwühlen. Ging es nur,' mir sollt es schmecken, Als kroch ich in den Mutterleib zurück. Er steht auf, fährt mit den Händen wie staunend an seinem Leib herab Mir löst sichs jetzt, daß dieser hier mein Leib Nur ein Geköch ist aus lebendigen Erden, Verwandt den Sternen auch.
Page 137 - Was aber sind Paläste und die Gedichte: traumhaftes Abbild des Wirklichen! Das Wirkliche fängt kein Gewebe ein: den ganzen Reigen anzuführen, den wirklichen, begreift ihr dieses Amt?
Page 54 - Elis! ELIS Wie? KÖNIGIN Merk auf! Du darfst nicht bleiben. ELIS Wie? KÖNIGIN Du mußt hinauf Und wiederum herab. Komm bald! komm bald! Du! ELIS schwach , völlig vor ihr liegend Ich muß sterben, wenn du mich verhöhnst. KÖNIGIN Hör mich: es muß so sein. ELIS Wie? KÖNIGIN Hör mich, Lieber. Ich darf dich noch nicht halten. Ich kann dir Noch nicht gehören.
Page 123 - Dies hängt mir noch von Kindesträumen an: Ich muß von Brücken in die Tiefe spähen, Und wo die Fische gleiten übern Grund, Mein ich, Geschmeide hingestreut zu sehen, Geschmeide in den Kieselgrund verwühlt, Geräte, drin sich feuchte Schatten fangen. Wie Narben an dem Leib von Kindern wuchs Mit mir dies eingegrabene Verlangen!
Page 46 - Zeit vorüber, doch mir ist's gegeben, in ihren lautlosen kristallnen Strom hinabzutauchen ihrem Lauf entgegen, und ihren heiligen Quellen zuzugleiten! Heft nicht so dumpf den starren Blick auf mich! Begreifst du nicht: das uralt heilige Gestern, ruf ich es auf, umgibt's mich und wird Heut: und Dunkelndes und Funkelndes vergeht und Längstversunknes blüht und glüht herein.
Page 137 - Reiß alles hinter mir, doch alles bleibt Und alles schwebt, so wie es muß und darf ! Hinab, hinein, es verlangt sie alle nach mir ! Er will über das Geländer in den Fluß hinab. Die beiden halten ihn mit sanfter Gewalt. Er blickt, an sie gelehnt, und ruft heiter, mit leisem Spott Bacchus, Bacchus, auch dich fing einer ein Und band dich fest, doch nicht für lange...
Page 32 - War nicht gewaltsam nur die Nabelschnur Zerrissen zwischen mir und den Geschöpfen, Den ändern, dumpfen, erdgebundenen: Wie dränge mir ans Herz des Hirschen Schrei? Wie möchte dann der linde Duft mein Blut Bewegen? wie verschlänge mich die Nacht In schwere Träume? wie gelüstete Mein Leib, die Gleichgeschaffnen zu berühren?

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