Das bildhafte sehen der Figuren in den Romanen und Novellen von Theodor Fontane

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GRIN Verlag, 2007 - 64 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2003 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1, Universitat Hamburg, 29 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Anmerkungen: Die Arbeit ist problembezogen: sie beschaftigt sich mir einer Analyse ausgewahlten Figuren aus den Romanen Fontanes (Melusinen, Dekadenten etc.), die die Wirklichkeit "asthetisch" wahrnehmen und sie als Bilder betrachten., Abstract: Bilder und immer wieder Bilder" klagt Cecile in Theodor Fontanes gleichnamigen Roman uber die erdruckende Bilderflut im Berlin der 1880er Jahre; auch der Blick auf die reale" Welt wird immer wieder von bildasthetischen Kategorien gepragt. Die Bilder treten vor die Seele und breiten sich aus. Ein minimaler Reiz reicht und ein Bild tut sich auf. Bei vielen Figuren aus den Romanen Fontanes lasst sich eine besondere Wahrnehmung der Realitat feststellen, die man als asthetisch" bezeichnen konnte. Die Figuren betrachten die Wirklichkeit und sehen sie dabei nicht immer als solche, sondern vielmehr als Bilder, ohne manchmal die realen Sachverhalte zu erkennen. Diese Wahrnehmung scheint eng mit einer ebenso asthetischen Lebenshaltung verbunden zu sein. In der vorliegender Arbeit soll zunachst gezeigt werden, wie Fontane die Idee des bildhaften Sehens" konkretisiert. Es scheint, dass Fontane die Personen in seinen Romanen durch ihre Art der Wahrnehmung charakterisiert. In diesem Zusammenhang mochte ich daher naher betrachten, welche Figuren in den Romanen von Theodor Fontane sich besonders gerne von Bildern" im Sinne einer asthetischer Kategorie entzucken." Des weiteren soll analysiert werden, wie die Figuren ihre Sinneseindrucke verarbeiten. Dabei ist besonders von Interesse, wie sich die Art der Verarbeitung auf das Verhaltnis dieser Figuren zur Realitat auswirkt. Anregend erscheint in diesem Zusammenhang die Fragestellung, die Ulrike Kunz bezuglich asthetischer Literatur beschaftigte. Sie stellt die Frage, ob die asthetische Literatur: nur als Ausdruc
 

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Contents

Die Landschaft in Bildern
14
Zusammenfassung
20
Literaturverzeichnis
23
Copyright

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Popular passages

Page 5 - Luft flog. >Ich sehe gern so was<, sagte er zu sich, als er von der Säule her in die Friedrichstraße einbog. >Es ist sonderbar, daß mir alles Praktische so sehr widerstreitet. Man kann es eine Schwäche nennen, aber vielleicht ist es auch eine Stärke. Wenn ich solche schöne Person durch die Luft fliegen sehe, bin ich ganz benommen und eigentlich beinah glücklich!
Page 10 - Es gibt Unglückliche, die statt des Gefühls nur die Sehnsucht nach dem Gefühl haben, und diese Sehnsucht macht sie reizend und tragisch. Die Elementargeister sind als solche uns unsympathisch, die Nixe bleibt uns gleichgültig, von dem Augenblick an aber, wo die Durchschnittsnixe zur exzeptionellen Melusine wird, wo sie sich einreihen möchte ins Schön-Menschliche und doch nicht kann, von diesem Augenblick an rührt sie uns.
Page 10 - Schön-Menschliche und doch nicht kann, von diesem Augenblick an rührt sie uns. Oceane von Parceval ist eine solche moderne Melusine. Sie hat Liebe, aber keine Trauer, der Schmerz ist ihr fremd, alles, was geschieht, wird ihr zum Bild, und die Sehnsucht nach einer tieferen Herzensteilnahme mit den Schicksalen der Menschen wird ihr selber zum Schicksal. Sie wirft das Leben weg, weil sie fühlt, daß ihr Leben nur ein Scheinleben, aber kein wirkliches Leben ist.
Page 10 - Eine Sehnsucht ist da, die Kluft zu überbrücken, ich kann es nicht; ich habe keine Träne, kein Gebet, keine Liebe. Ich habe nur die Sehnsucht nach dem allen.
Page 8 - Bilder klar darstellen, aber die die dunklen und heitren gleichmäßig als Bilder nehmen. Der Tod ist auch nur ein Bild, etwas plötzlich in die Erscheinung Tretendes, ich seh es und damit gut. Ein ruhiges Schauen und Betrachten sei vielleicht eine höhere Lebensform nicht eine tiefere.
Page 9 - Über dem Ganzen aber lag ein grauer Himmel, und ein paar Flocken federten und tanzten, und wenn sie niederfielen, wurden sie vom Luftzuge neu gefaßt und wieder in die Höhe gewirbelt. Etwas wie Sehnsucht überkam Melanie beim Anblick dieses Flockentanzes, als müsse es schön sein, so zu steigen und zu fallen und dann wieder zu steigen...
Page 8 - ... müsse doch Naturen geben dürfen, an denen das Leben bilderhaft vorüberzieht, Naturen, denen sich die Unterschiede dieser Bilder klar darstellen, aber die die dunklen und heiteren gleichmäßig als Bilder nehmen.

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