Die Erfahrung nationalsozialistischer Verfolgung in Ruth Klügers „weiter leben. Eine Jugend“ und Jorge Sempruns „Die große Reise“

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GRIN Verlag, May 5, 2009 - Literary Criticism - 29 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2007 im Fachbereich Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft, Note: sehr gut, Universität Wien (Vergleichende Literaturwissenschaft), Veranstaltung: PS: Prosa und Lyrik nach dem Zweiten Weltkrieg, Sprache: Deutsch, Abstract: [...] Da es sich um zwei wesentlich autobiografisch geprägte Texte handelt, soll der Analyse zunächst ein kurzer biografischer Abriss zu den beiden AutorInnen voran stehen. Daran anschließend sollen essentielle theoretische Positionen vorgestellt werden, die die Frage der Darstellbarkeit in Bezug auf die nationalsozialistische Terrormaschinerie betreffen, um so eine literatur- und sozialgeschichtliche Verortung der hier untersuchten Werke zu ermöglichen. Im Anschluss daran sollen die unterschiedlichen Blickwinkel der hier zu vergleichenden AutorInnen nochmals expliziert werden: Während Jorge Semprun seines politischen Engagements in der Resistance wegen ins KZ Buchenwald deportiert wurde, wurde Ruth Klüger allein aufgrund ihrer jüdischen Herkunft verfolgt. Wie distanziert diese beiden Opfergruppen zueinander stehen, soll zum besseren Verständnis der Gesamtproblematik aufgezeigt werden. Die im engeren Sinn textbezogene Analyse der beiden Werke soll dann in einem ersten Schritt für die beiden Texte konstitutive formale Aspekte vergleichend untersuchen. Hierbei sollen insbesondere Fragen der Erzählperspektive, der Intertextualität sowie sonstige, für die beiden Texte charakteristische literarische Stilmittel näher beleuchtet werden. In einem gesonderten Kapitel soll darauf die Problematik der Sprache kontrastiv näher betrachtet werden. Welche Sprache erachten Klüger und Semprun zur Darstellung ihres Sujets als angemessen? Wie kann es überhaupt gelingen, nach der zivilisatorischen Zäsur des Nationalsozialismus wieder und gerade hierfür eine Sprache zu finden? Und welche Auswirkungen haben die Sprache der Täter oder das Phänomen der Mehrsprachigkeit der AutorInnen bei diesem Unterfangen? Danach soll der Frage nachgegangen werden, inwieweit die Konzepte von Erinnern und Vergessen für die Entstehung wie das Verständnis der zu untersuchenden Werke relevant sind. In welchem Zusammenhang steht die späte Publikation der Texte zur Notwendigkeit der Distanzierung vom Erlebten, dem „Vergessen“, das dem literarischen „Erinnern“ vorausgesetzt wird? Abschließend soll dann der Blick auf die Schreibmotivation der beiden AutorInnen gerichtet werden, wobei in diesem Zusammenhang gerade von Interesse sein wird, ob Literatur eine Bewältigungsstrategie im Umgang mit einer von Verfolgung geprägten Vergangenheit sein kann und welche Ziele mit der Publikation der beiden Texte jeweils verfolgt wurden. [...]
 

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