Das Gemeindekind, Erzahlung

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[Verlag von] Gebrüder Paetel, 1900 - 376 pages
 

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Page 310 - In früheren Zeiten konnte einer ruhig vor seinem vollen Teller sitzen und sich's schmecken lassen, ohne sich darum zu kümmern, daß der Teller seines Nachbars leer war. Das geht jetzt nicht mehr, außer bei den geistig völlig Blinden. Allen übrigen wird der leere Teller des Nachbars den Appetit verderben — dem Braven aus Rechtsgefühl, dem Feigen aus Angst . . . Darum sorge dafür, wenn du deinen Teller füllst, daß es in deiner Nachbarschaft so wenig leere als möglich gibt. Begreifst du?
Page 361 - Frucht grünte, da fühlte er, daß ihm das Scheiden doch schwer sein würde. Und dann, wenn seine Schwester Milada, wenn Habrecht von den Fluchtgedanken, die er hegte, wüßten, was würden die wohl sagen? — «Kleiner Mensch, bleibe in deinem kleinen Kreise und suche still und verborgen zu wirken für das Wohl des Ganzen.
Page 310 - Meine letzten Worte, lieber Mensch, merk sie dir! präge sie dir ins Hirn, in die Seele. Gib acht: Wir leben in einer vorzugsweise lehrreichen Zeit. Nie ist den Menschen deutlicher gepredigt worden: Seid selbstlos, wenn aus keinem edleren, so doch aus Selbsterhaltungstrieb . . . aber ich sehe, das ist dir wieder zu hoch anders also! In früheren Zeiten konnte einer ruhig vor seinem vollen Teller sitzen und sich's schmecken lassen, ohne sich darum zu kümmern, daß der Teller seines Nachbars leer...
Page 313 - Moral gut genug . . . Ich sage dir, gerade die beste ist für euch die rechte, ihr Geringen, ihr seid die Wichtigen, ohne eure Mitwirkung kann nichts Großes sich mehr vollziehen — von euch geht aus, was Fluch oder Segen der Zukunft sein wird ...

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