Das Humanistische Credo Erich Fromms als Antwort auf die Probleme unserer Zeit - eine Rezension

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GRIN Verlag, 2007 - 76 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 1997 im Fachbereich Sozialpadagogik / Sozialarbeit, Note: keine, Fachhochschule Mannheim, Hochschule fur Sozialwesen, 3 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Erich Fromm, von der Psychoanalyse kommend, entwirft seine Vision einer neuen gerechten Welt in seinem "Humanistischen Credo." Was befreit den Menschen vom Haben zum Sein? Die Verfasserin untersucht die Bedeutung des Glaubens fur den modernen Menschen. Die Position der klassischen Psychoanalyse sowie die theologische Position werden dargestellt. Anschlieend erfolgt die Vorstellung der philosophischen Richtung des Zen-Buddhismus, fur die sich Fromm in spateren Jahren interessierte.
 

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Contents

Einleitung
3
Zur Person Fromms
11
Psychologie und Theologie zwei unvereinbare Wissenschaften?
20
Begriffserklärungen
30
Copyright

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Common terms and phrases

Popular passages

Page 13 - Gewissheit gibt und die Last der Konflikte, des Zweifels und der Verantwortung von seinen Schultern nimmt. Aber kein Gott, weder im theologischen noch im philosophischen noch auch im historischen Gewand, errettet oder verdammt den Menschen. Nur der Mensch allein kann für sein Leben ein Ziel und die Mittel zur Verwirklichung dieses Ziels finden. Er kann keine rettende letzte oder absolute Antwort finden, aber er kann nach einer Intensität, Tiefe und Klarheit des Erlebens streben, die ihm die Kraft...
Page 28 - Die Methode des Zen besteht darin, in den Gegenstand selbst einzudringen und ihn sozusagen von innen zu sehen. Die Blume kennen heißt, zur Blume werden, die Blume sein, als Blume blühen und sich an Sonne und Regen erfreuen. ... Diese Art, der Wirklichkeit gegenüberzutreten, nenne ich die Methode des Zen, die vor- oder über- oder sogar antiwissenschaftliche Methode.
Page 9 - Berauscht von einem neuen materiellen Wohlstand und vom Erfolg bei der Beherrschung der Natur, hat der Mensch aufgehört, sich selbst für das Wesentliche des Lebens und den wichtigsten Gegenstand der wissenschaftlichen Erforschung zu halten. Statt mit der Vernunft die Wahrheit zu entdecken und mit ihr durch die Oberfläche hindurch zum Wesen der Phänomene vorzudringen, setzte man auf den technischen Verstand als einem bloßen Werkzeug zur Manipulation der Dinge und Menschen.
Page 13 - Wir unterscheiden uns in bezug auf unsere Intelligenz, unsere Gesundheit und unsere Begabung. Und trotzdem sind wir alle gleich: Wir alle sind Heilige und Sünder, Erwachsene und Kinder, und keiner steht über dem anderen oder ist sein Richter. Wir alle wurden mit Buddha erleuchtet und mit Christus gekreuzigt, und wir alle haben mit Dschingis Khan, mit Stalin und Hitler gemordet und geraubt.
Page 14 - Die großen Führer der Menschheit sind Menschen, die die anderen aus ihrem Halbschlaf aufgeweckt haben. Die großen Feinde der Menschheit sind die, welche die anderen eingeschläfert haben, wobei es keine Rolle spielt, ob ihr Schlaftrunk die Verehrung Gottes oder die [1 79] des Goldenen Kalbes ist.
Page 17 - Ich weiß es nicht, und es kümmert mich nicht, denn, wie immer auch die Antwort lautet, sie hat nicht mit dem einzig wichtigen Problem zu tun: wie man menschliches Leid verringern kann.
Page 26 - Religion« gesagt, die verlangt: »Wenn du Buddhas Namen ausgesprochen hast, reinige deinen Mund!« Was hätte er zu einer Religion gesagt, in der es keinen Gott und keinerlei irrationale Autorität gibt und deren Hauptziel genau darin besteht, den Menschen von jeglicher Abhängigkeit zu befreien, ihn zu aktivieren und ihm zu zeigen, daß er und kein anderer die Verantwortung für sein Schicksal trägt?
Page 24 - Zen ist die Kunst, in die Natur seines Seins zu blicken, es ist ein Weg von der Knechtschaft zur Freiheit, es setzt unsere natürlichen Energien frei, es bewahrt uns davor, geisteskrank oder verkrüppelt zu werden, und es zwingt uns, unserer Fähigkeit zum Glücklichsein und zur Liebe Ausdruck zu verleihen.
Page 14 - Ja« zu Gott ist das »Nein« zum Kaiser; das »Ja« zum Menschen ist das »Nein« zu all jenen, die ihn versklaven, ausbeuten und verdummen wollen. Ich glaube an die Freiheit und an das Recht des Menschen, er selber zu sein und sich selbst zu verwirklichen und all jene zu bekämpfen, die ihn daran zu hindern suchen. Freiheit ist mehr als das Nichtvorhandensein gewaltsamer Unterdrückung. Sie ist mehr als nur die Freiheit »von«.

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