"Das ganze Volk ist ein einziger Wille, ein einziges Herz" – Der „Geist von 1914“ im internationalen Vergleich

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GRIN Verlag, Oct 26, 2010 - History - 127 pages
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Masterarbeit aus dem Jahr 2010 im Fachbereich Geschichte - Allgemeines, Note: sehr gut (1,0), Carl von Ossietzky Universität Oldenburg (Geschichte), Sprache: Deutsch, Abstract: Einprägsam sind die Bilder aus den ersten Augusttagen des Jahres 1914: Jubel und Begeisterung allüberall, begleitet überdies von einem euphorischen Chor von Dichterstimmen. Lange hat sich aufgrund dieser Quellen in der Historiographie eine doppelte Fehlwahrnehmung verbreiten können: Zum einen, dass diese Begeisterung wirklich flächendeckend und alle Bevölkerungsschichten erfassend um sich gegriffen habe. Zum anderen, dass es sich vor allem um ein deutschen Phänomen handelte und gleichsam den konsequenten Höhepunkt einer bis in die Poren durchmilitarisierten Wilhelminischen Gesellschaft des Kaiserreiches markiere. Dieses unter dem Schlagwort „Geist von 1914“ in der kollektiven Wahrnehmung fest verankerte Bild der vermeintlich allumfassenden Masseneuphorie vom Juli und insbesondere vom August 1914 hat lange Zeit die zurückhaltenden, kritischen Stimmen ignoriert, die im Sommer 1914 abseits des Trubels auf den Straßen und Plätzen zur Vernunft mahnten. In diesem Zusammenhang erscheint neben der Frage, warum der Krieg in bestimmten Teilen der deutschen Bevölkerung auf so große Zustimmung stieß bzw. welche Wünsche, Sehnsüchte und Ressentiments dem so oft zitierten „Augusterlebnis“ zu Grunde lagen, vor allem eine nationalübergreifende vergleichende Analyse des Kriegsausbruchs interessant, die sich mit der Stimmung und dem Verhalten unterschiedlicher Nationalbevölkerungen zu Beginn des Ersten Weltkrieges beschäftigt. Denn bislang fehlt es an international vergleichenden Studien zu diesem Thema. Es ist daher das Ziel dieser Arbeit, die Reaktionen verschiedener Nationalbevölkerungen auf den Ausbruch des Ersten Weltkrieges aufzuzeigen und miteinander zu vergleichen. Dabei beschränkt sich die Untersuchung auf das Deutsche Kaiserreich, Großbritannien und die Vereinigten Staaten von Amerika. Im Vordergrund steht die Frage nach der Existenz bzw. der Verbreitung eines „internationalen Geistes von 1914“ sowohl in geographischer als auch in gesellschaftlicher Hinsicht. Dies impliziert zugleich die Frage sowohl nach unspezifischen als auch nach nationalspezifischen Merkmalen und Ausprägungen des „Geistes von 1914“. Darüber hinaus soll aber auch nach vergleichbaren sowie abweichenden, d.h. nationalspezifischen ideologischen, kulturell-nationalen und mentalitätsgeschichtlichen Vorbedingungen jener Massenhysterie des Sommers 1914 bzw. des Frühjahrs 1917 gesucht werden.
 

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