Das historische Auge: Kunstwerke als Zeugen ihrer Zeit : von der Renaissance zur Revolution

Front Cover
Vandenhoeck & Ruprecht, 2004 - History - 375 pages
2 Reviews

Bernd Roecks Buch ist eine grundlegende, problemorientierte Einführung in den Umgang mit Kunstwerken als historische Quellen. Geschichtsschreibung ist bis heute weit überwiegend auf schriftliche Überlieferung fixiert. Dass auch Kunstwerke als Quellen befragt werden können, rückt erst langsam in den Blick der Historiker. Dabei sind Kunstwerke seit den Anfängen der Geschichte als Quellen fassbar: Sie sind Objekte magischen Handelns oder Gegenstand religiöser Verehrung. Sie enthalten Hinweise auf vergangene Ereignisse, auf Alltag, politisches Geschehen, soziale Realität und Kultur ihrer Zeit. Sie kosten Geld und haben ökonomische Bedeutung. Sie sind Zeugnisse des historischen Prozesses und ganz und gar Produkte der geschichtlichen Welt. Dieses Buch geht der besonderen Beziehung zwischen Kunstwerken und historischer Welt nach. An einer Fülle von Beispielen aus der Kunst des späten Mittelalters, der Frühen Neuzeit und der Moderne führt es den Leser ein in das historische, kritisch interpretierende Sehen. Roecks Ausgangspunkt sind die Forschungsansätze in Kunst- und Kulturgeschichte, mit denen Kunstwerke als Geschichtsquellen befragt werden. In zwei großen Teilen beschäftigt er sich mit der Frage, was an historischer Wirklichkeit im Kunstwerk aufgehoben sein kann, und umgekehrt, welche Wirkung Kunstwerke in der geschichtlichen Welt hatten. Das Buch schließt mit Überlegungen zum Verhältnis von geschichtlicher Realität und Realität des Kunstwerks: welche Konsequenzen hat die Geschichtlichkeit des Kunstwerks für seine ästhetische Qualität? Roecks anschaulich geschriebenes, an den visuellen Quellen entlang argumentierendes Buch ist nichts weniger als ein grundlegender Beitrag zur historischen Bildkunde.

 

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Contents

Dank
7
Die Sakralisierung der Kunst 14 Volksgeist Weltgeist Kunst 16 Die Kunst
37
Symbole als Quellen der Kulturgeschichte 50 Die Sprache der Architektur
55
Wege zu einer Sozialgeschichte der Kunst 6l MarxErben 64 Das Kunstwerk
73
Wann? Wer? Wo? 79 Wann? 80 Wer? Die Urheber
99
Kunst als Quelle für neuzeitlichen Subjektivismus 102 Säkularisierungstendenzen
118
Kunst und Religion
124
Konfessionelle Kulturen
137
Kunst als Tradition? Profane Historienbilder
212
Positionen der Kunsttheorie
226
Historismus und Patriotismus 230 Kunst und Öffentlichkeit im IX Jahrhundert 239
239
Das Kunstwerk in der Welt
253
Funktionen und Wirkungen
266
Private Räume psychische Ökonomien 283 Kunstwerke als lieux de memoire
287
Anhang
318
Quellen und Literatur 354 Bildnachweis
366

Positionen
176
Kunst Geld und Macht
191

Common terms and phrases

Popular passages

Page 30 - Aber die Schwierigkeit liegt nicht darin, zu verstehen, daß griechische Kunst und Epos an gewisse gesellschaftliche Entwicklungsformen geknüpft sind. Die Schwierigkeit ist, zu verstehen, daß sie für uns noch Kunstgenuß gewähren und in gewisser Beziehung als Norm und unerreichbare Muster gelten.
Page 22 - We have no right whatever to touch them. They are not ours. They belong partly to those who built them, and partly to all the generations of mankind who are to follow us.
Page 17 - ... dann erst ihre höchste Aufgabe, wenn sie sich in den gemeinschaftlichen Kreis mit der Religion und Philosophie gestellt hat und nur eine Art und Weise ist, das Göttliche, die tiefsten Interessen des Menschen, die umfassendsten Wahrheiten des Geistes zum Bewußtsein zu bringen und auszusprechen.
Page 32 - Bedingungen, mit denen er derart zusammenhängt, dass in ihm die qualitative Natur jeder einzelnen Bedingung nachwirkt, während er doch zugleich einen neuen und einheitlichen Charakter besitzt, der zwar durch die historische Analyse aus der Verbindung jener geschichtlichen Faktoren abgeleitet, niemals aber aus ihnen durch eine a priori ausgeführte...
Page 356 - Kunstgeschichte als Institution. Studien zur Geschichte einer Disziplin. Frankfurt a. M., 1979.

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