Das leben Friedrich Nietzsche's, Volume 1

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C. G. Naumann, 1897 - Authors, German
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Popular passages

Page 161 - Vor Allem ist mein armer Kopf gar nie im Stande gewesen, über die letzten Gründe, Ziele und Wünschbarkeiten der geschichtlichen Wissenschaft auch nur von ferne so zu reflectiren wie Sie dieses vermögen. Als Lehrer und Docent aber darf ich wohl sagen: ich habe die Geschichte nie um dessentwillen gelehrt was man pathetisch unter Weltgeschichte versteht, sondern wesentlich als propädeutisches Fach: ich mußte den Leuten dasjenige Gerüste beibringen das sie für ihre weitern Studien jeder Art nicht...
Page 27 - Ich lasse den Rest meiner menschlichen Beziehungen billig; ich möchte um keinen Preis die Tage von Tribschen aus meinem Leben weggeben. Tage des Vertrauens, der Heiterkeit, der sublimen Zufälle — der tiefen Augenblicke . . . Ich weiß nicht, was Andre mit Wagner erlebt haben: über unfern Himmel ist nie eine Wolke hinweggegangen...
Page 66 - Meiner ganzen Natur nach gehöre ich, was die Hauptsache ist, der historischen Richtung und historischen Betrachtung der menschlichen Dinge so entschieden an, daß mir nie die Erlösung der Welt in einem oder dem andern philosophischen System gefunden zu sein schien; daß ich auch niemals das natürliche Abblühen einer Epoche oder Erscheinung mit „Selbstmord...
Page 171 - Erst glauben wir einem Philosophen. Dann sagen wir: mag er in der Art, wie er seine Sätze beweist, Unrecht haben, die Sätze sind wahr. Endlich aber: es ist gleichgültig, wie die Sätze lauten, die Natur des Mannes steht uns für hundert Systeme ein. Als Lehrender mag er hundert mal Unrecht haben: aber sein Wesen selber ist im Recht. daran wollen wir uns halten. Es ist an einem Philosophen etwas, was nie an einer Philosophie sein kann, nämlich die Ursache zu vielen Philosophien, der große Mensch.
Page 340 - Meine sehr problematische Nachdenkerei und Schriftstellerei hat mich bis jetzt immer krank gemacht; so lange ich wirklich Gelehrter war, war ich auch gesund ; aber da kam die nervenzerrüttende Musik und die metaphysische Philosophie und die Sorge um tausend Dinge, die mich nichts angehen.

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