Demokratische Legitimation der dritten Gewalt

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Mohr Siebeck, 2006 - Law - 410 pages
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English summary: The judiciary is independent in its decision-making. Axel Tschentscher shows how democratic legitimation as defined by the prevailing formal model of democracy leads to inconsistent results. He outlines an alternative control model as the framework of democracy according to the German Basic Law. This model relies on potential control over the law as the primary criterion for democratic legitimacy. As long as substantive control ist present, the requsite level of legitimation according to the Basic Law can be attained even without the elements of personal and organizational chains of command. The extent to which the lawmaker takes responsibility for the results of judicial decision-making would be underestimated if he were required to actually exercise specific guidance in every field rather than merely retain potential control over the outcome. Regarding judicial selection, the control model provides the Lander with a wide range of procedures meeting the requirements of the German Basic Law; not even elements of cooptation are excluded per se . German description: Die dritte Gewalt ist im Bereich der richterlichen Entscheidungstatigkeit von Weisungen freigestellt. Axel Tschentscher zeigt, dass die demokratische Legitimation nach dem herrschenden organisatorisch-formalen Modell zu Inkonsistenzen fuhrt. Das Demokratieprinzip des Grundgesetzes interpretiert er im Sinne eines Kontrollmodells demokratischer Legitimation, bei dem die potentielle Inhaltskontrolle als primares Kriterium dient. Das grundgesetzlich gebotene Legitimationsniveau kann bei funktionierender sachlich-inhaltlicher demokratischer Legitimation in einzelnen Bereichen auch ohne das personell-organisatorische Element der Legitimationskette verwirklicht werden. Die legitimatorische Reichweite der richterlichen Gesetzesbindung wurde unterschatzt, wollte man dem Gesetzgeber eine tatsachlich ausgeubte, flachendeckende Steuerung statt bloss potentieller Inhaltskontrolle abverlangen. Nach dem Kontrollmodell bietet sich den Landern ein breites Spektrum grundgesetzkonformer Verfahren der Richterbestellung, unter denen selbst kooptative Elemente nicht von vornherein ausgeschlossen sind.
 

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Contents

Gegenstand und Methode l
1
Demokratie als Rechtsprinzip
7
Verfassungsrecht als Rahmenordnung
13
Die juristischen Modelle demokratischer
17
demokratischer Legitimation
19
Das organisatorischformale Modell in der Rechtsprechung
28
Relativierung des organisatorischformalen Modells
44
Das organisatorischformale Modell in der Literatur
51
Legitimation der dritten Gewalt im Organisator isch
148
Personellorganisatorische Legitimation
169
Funktionellinstitutionelle Legitimation
186
Legitimation der dritten Gewalt nach dem Kontrollmodell
189
Legitimationsniveau
265
Die Richterbestellung
269
Fazit
298
Fazit
321

Fazit
73
Probleme in der Selbstverwaltung
93
Probleme bei Unabhängigkeit
101
Fazit
111
Funktionellinstitutionelle Legitimation
142
Die Übertragung der Legitimationsmodelle
145
Praxis der Bundesrichterbestellung
327
Demokratische Legitimation
334
11 Richterbestellung zu Gerichten der Länder
340
Zusammenfassung der Ergebnisse
377
Sachregister
407
Copyright

Common terms and phrases

allerdings Aufl Ausländerwahlrecht Ausschuß Auswahl der Richter Band Beförderung bereits Berufung besonders Bestellung Bestellungsverfahren Bewerber Bundes Bundesbank Bundesgerichten Bundesländern Bundesrepublik Deutschland Bundesverfassungsgericht BVerfGE Demokratie als Verfassungsprinzip Demokratiedogmatik Demokratieprinzip demokratisch legitimiert demokratische Legitimation deutschen Deutsches Richtergesetz doppelten Mehrheit DRiG dritten Gewalt DRiZ Eignung einzelnen Entscheidung Ergebnis Ernennung Ernst-Wolfgang Böckenförde erst Exekutive fachliche funktionalen Selbstverwaltung gegenüber Gerichte Gesetzesbindung Gesetzgeber Grundgesetz Grundgesetz-Kommentar grundsätzlich Helmuth Schulze-Fielitz herrschenden Lehre Horst Dreier Hrsg inhaltliche Inhaltskontrolle insoweit Judikative juristischen Justiz Justizminister Kontrolle Kontrollmodell Kooptation kooptative Länder Legitimation der dritten Legitimationskette Legitimationsniveau Leistungsprinzip lichen Lippeverband Mitbestimmungsgesetz Mitglieder Modell demokratischer Legitimation möglich muß öffentlichen Parlament parlamentarischen Parteien persönliche Legitimation politischen potentielle Inhaltskontrolle Präsidialrats Recht rechtlich Rechtsprechung Richter Fn Richteramt Richterbestellung Richtergesetz Richterinnen und Richter richterliche Unabhängigkeit Richterschaft Richterwahl Fn Richterwahlausschuß sachlich-inhaltliche Satz Schleswig-Holstein siehe sowie Staat staatlichen starke Steuerung Verfahren Verfassung Verfassungsfragen der Richterwahl Verfassungsprinzip Fn Verfassungsrechtliche Verwaltung Volk Volkswahl Volkswillen Wahl Wahlausschuß

About the author (2006)

Axel Tschentscher, Geboren 1964; 1999 Promotion; 2002 Assistenzprofessor fur Rechtsphilosophie; 2004 Habilitation; seit 2005 Professor fur Staatsrecht, Rechtsphilosophie und Verfassungsgeschichte an der Universitat Bern.

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