Denkwürdigkeiten aus dem Leben des Kaiserl. russ. Generals von der Infantrie Carl Friedrich Grafen von Toll, Volume 2

Front Cover
 

What people are saying - Write a review

We haven't found any reviews in the usual places.

Selected pages

Other editions - View all

Common terms and phrases

Popular passages

Page 425 - Der Beitritt Preußens zu dem von Rußland begonnenen Kampf war gewagt, denn seine eigenen Kräfte waren beschränkt und nicht entwickelt und die russischen noch schwach, da zwischen Oder und Elbe nicht 40000 Mann standen; ihnen gegenüber stand Napoleon mit allen Kräften Frankreichs, Italiens und des Rheinbundes.
Page 483 - In wenig Tagen haben wir wieder eine neue Schlacht zu liefern, wenn anders unsere Verbündeten noch treu und zuversichtlich sind. Von ihr hängt das Schicksal des Eontinents ab. Oesterreich würde, nach dem Verlust derselben, lieber unterhandeln als fechten wollen ! Doch hoffen wir das Beste. Das schlimmste Element nur ist der Kleinmuth der leitenden Personen. Gerade in dem Moment, wo ihnen Energie den größten Nutzen schaffen würde, entbehren sie selbiger.
Page 109 - Kanonen ins Gefecht gebracht hatte, ließ sich nur in einzelnen Schüssen noch hören, und selbst diese Schüsse schienen nicht mehr den ursprünglichen donnernden kräftigen Ton zu haben, sondern ganz matt und heiser zu klingen. Die Kavallerie hatte fast überall die Plätze und die Stellen der Infanterie eingenommen und machte ihre Anfälle in einem müden Trabe, indem sie sich hin- und hertrieb und sich wechselweise Schanzen abjagte.
Page 479 - Verstand, mehr Beredsamkeit und Leichtigkeit des Ausdruckes als Gründlichkeit - mehr Praxis als Wissenschaft - er ist übrigens kräftig und hat viel Ehrgeiz. Barclay ist tapfer, rechtlich, kriegserfahren, aber beschränkt und wenig unternehmend, daher mehr zum Frieden geneigt; er hat einen geschickten, brauchbaren Mann von sich entfernt, den General Toll - da Barclay aber Ordnung und Methode besitzt, so ist er Wittgenstein weit vorzuziehen, dem diese Eigenschaften ganz fehlten. - Vielleicht wäre...
Page 450 - Berlin operirten", sich entschlossen „schnell auf Leipzig, anfangs in der Directum auf Plauen, dann sich rechts wendend zu marschiren." Scharnhorst (Schreiben aus.Pcnig 5. April) fügt hinzu: „ — es ist sehr nothwcndig, daß die große russische Armee jetzt folge; stände in diesem Augenblick diese zwar schwache aber des Sieges gewohnte Armee an der Elbe und in Dresden, so konnten wir frei operieren und entscheidende Schläge wagen.
Page 482 - Soldaten raubt man die Lebensmittel-Transporte, die wir mit Sorge und Kummer herbeigeschafft haben. Doch ich will nicht klagen , sondern vor der Hand nur fechte».
Page 143 - Würde ich gefragt, so rief« ich: Vernichtet die Hauptstadt, ehe Ihr sie dem Feinde Preis gebet! Dies ist die Ansicht des Grafen Rostopschin. Was den Gouverneur der Stadt betrifft, der dazu berufen ist, für ihr Heil zu wachen, so kann dieser einen solchen Math nicht geben." — Es hatte dieser Gedanke mich gleich so ergriffen , daß ich, auf den Bivouak der Division zurückkehrend, ihn allen meinen Umgebungen mittheilte. „Es ist kaum glaublich!" rief ich, „es ware eine Niesenthat; aber das...
Page 482 - ... manchen Verdruß. Wir sehen unser Land durch unsere Freunde nicht minder als durch unsere Feinde ausgeplündert. Selbst unscrn Soldaten raubt man die Lebensmittel-Transporte, die wir mit Sorge und Kummer herbeigeschafft haben. Doch ich will nicht klagen , sondern vor der Hand nur fechte». Aber es empört zu sehen daß unsere eigenen Verwundeten auf dem Schlachtfelde durch unsere Freunde ausgeplündert werden.
Page 135 - ihm schon zur Gewohnheit gewordenen Bildes«, daß man sich in Rußland mit seinem Gegner »Zeck...
Page 297 - in günstigeres Resultat geben können. Das Schlimmste aber, was dieser Tag bewirkt hat, ist, daß meine Truppen Augenzeugen der Unordnung des ersten Korps waren. Ein so unheilbrin» gendes Beispiel lähmt die moralische Kraft des Solda

Bibliographic information