Der Heilige und die Tiere

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Huber & Company, 1905 - 187 pages
 

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Page 163 - Ich weiß nicht, war mein Leben leicht? Es war am Ende voll Beschwer? Jetzt aber, da es mir entweicht, Strömt voller Glanz aus ihm mir her. 0! große Welt! ich bin so klein Und muß nun gehn, — mein Herz ist krank Nun werd' ich nie und nimmer sein . . . Du schöne Welt . . . hab' Dank . . . hab' Dank Der Heilige (hinbiiokond).
Page 162 - Luft und Licht, lang bliebt ihr treu, Bis nah an diese Dämmerung, Und waret täglich schön und neu, Und ich war froh und ich war jung. Mein Blut ging warm, mein Blut ging heiß, Die Brust geschwellt von Lustgesang, Und Lust war auch der Arbeit Fleiß, Der längste Tag mir nicht zu lang. Aus Halmen flocht ich mir ein Haus Und hing es an die Felsenwand Und flog am frühen Morgen aus Ins unermeßlich weite Land. Da kam der unvergeßne Tag, Da mir auf solcher Frühlingsfahrt Auf meines schönsten Liedes...
Page 163 - O! große Welt! ich bin so klein Und muß nun gehn, — mein Herz ist krank Nun werd' ich nie und nimmer sein . . . Du schöne Welt . . . hab' Dank . . . hab' Dank . Der Heilige Er stirbt!
Page 163 - Selbst Sorge, die uns oft befiel, Verlieh nur desto festern Halt. Warum nur dünkt mich heut' ein Fest, Was einst ich kaum ertrug vor Gram? Die Schlange kroch uns doch ins Nest! Der Falke mir den Gatten nahm! Und wenn ich endlich aufgebracht Mit Müh und Not die junge Brut, So hat sie bald sich fortgemacht, Zu proben eignen Lebensmut. Und einsam wieder ward mein Flug Und manche dunkle Nacht verstrich, In der mein Herz in Aengsten schlug, Weil Mord auf meinen Spuren schlich. Ich weiß nicht, war mein...
Page 187 - Solche zu gewinnen, Die irren können, ward ich ausgesandt; Mein sind die Sünder und die Sünderinnen!" So gehe denn; du hast es schon erkannt. Der Heilige. Ich folg' euch, schöne hohe Himmelsboten. Doch laßt mich Abschied nehmen hier zuvor, Abschied von den Lebend'gen und den Toten, Die ich gefunden kaum und schnell verlor, (an den...
Page 182 - Ich ward zerfleischt, zerrissen und zerrieben „Und starb und wähnte, daß es niemand sah, „Nun ward mir alles, alles gut geschrieben, „Mein letzter Seufzer — ach! auch du bist da!
Page 182 - Sprecht, ist in meines Vaters großem Hause, Wo Wohnung sich an lichte Wohnung reiht, Bereitet eine stille Friedensklause Dem ärmsten Tier nach allem Erdenleid?
Page 187 - Auch mir ward Kraft zu solchem nicht verliehen. So lebt und sterbt denn wohl, so gut ihr könnt! Und muß fortan ich andre Bahnen ziehen, — Bei euch zu lernen war mir doch vergönnt. Ihr lehrtet Eines mich, ihr schlichten Guten: Sich selber treu sein und unschuldig bluten.
Page 60 - Zum ersten Male fühlt' ich was wie Neid. Dies Kind wird Ruhm wie noch kein Weib erreichen, Wird Menschen töten, brechen jeden Eid, Und wird, wenn lachend sie den Erdensöhnen Vom Rumpf die Häupter mit dem Fächer schlägt, Sich hohnvoll recken, weil das letzte Stöhnen Der Sterbenden noch Liebesseufzer trägt. Asasel. Wie heißt die glatte Natter? Lilith. Salome. Die Tropfen alten Fürstenblutes gären Als Gift in ihres Leibes zartem Schnee. Asasel. Halt

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