Der Leipziger Augustusplatz: Betrachtung eines innerstädtischen Platzes im Kontext des ‚gelebten‘ Raumes

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Diplomica Verlag, 2010 - Social Science - 118 pages
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Eine Stadt ist nicht nur als materieller Raum zu verstehen. Die städtische Silhouette stellt sich als urbane Kulisse dar, vor der sich das städtische Leben abspielt. Menschliche Aneignung, Belebung, das Versehen mit Symbolismen und Bedeutungen prägen die Stadt. Zudem wird Stadt auch nicht nur ihren unterschiedlichen Funktionszuweisungen nach genutzt, sie wird dabei auch namentlich gefühlt. Sie vermittelt einen Eindruck und wird auf eine Art erlebt, die über die visuell, auditiv und olfaktorisch wahrnehmbaren Komponenten hinausgeht und sich aufgrund verschiedenster Wirkursachen zu einem immateriellen Gesamteindruck verdichtet. Hier greift das Konzept des 'gelebten' Raumes. Es suggeriert, dass Städte und städtische Räume Individualität aufweisen, nicht nur aufgrund ihrer materiellen Diversität, sondern auch aufgrund ihrer jeweils unterschiedlichen Aneignung, Belebung und der humanen Agitation, die in jedem Raum ein besonderes Klima, eine spezifische Grundstimmung schafft. Anhand des Leipziger Augustusplatzes wird ein innerstädtischer öffentlicher Platz als 'gelebter' Raum betrachtet. Der erst im 19. Jahrhundert entstandene Platz war einer der schönsten und größten Plätze Deutschlands und hatte eine weitreichende Ausstrahlung und Bedeutung für die Stadt Leipzig und deren Bewohner. Der Platz hat sein Antlitz seit seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg stark verändert. Unter Aufopferung historischer Bausubstanz wurde der Platz zum Vorzeigeobjekt der DDR-Ideologie und -architektur umgestaltet. Damit einher ging auch ein Wandel der Lebensqualität und der Bedeutung des Platzes. Nach dem Ende der DDR wurde versucht, in einem vorsichtigen Umgestaltungsprozess den Platz wieder seiner ursprünglichen Bestimmung eines innerstädtischen Freiraumes mit bestimmten Aufenthaltsqualitäten und Nutzungsanreizen zurückzuführen und damit der Stadt Leipzig ein Stück Identität zurückzugeben. Die Studie betrachtet nicht nur die physisch-materiellen Gegebenheiten, sondern auch die dahinter liegenden unsichtbaren Strukturen, den Charakter des Platzes und seine Atmosphäre. Dabei wird auf unterschiedliche Erhebungsinstrumente zurückgegriffen. Neben einer umfassenden allgemeinen Typisierung von Plätzen erfolgt ein Abriss der Geschichte des Augustusplatzes.

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About the author (2010)

Josephin Lehnert wurde 1979 in Schwerin geboren. Im Jahr 2002 begann sie in Leipzig ein Studium der Diplom-Geographie, das sie Anfang 2009 erfolgreich abschloss. Ihre besonderen Interessen galten Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen. Durch Praktika bereits während des Studiums vertiefte sie ihre Kenntnisse in diesen Bereichen. Unter anderem hat sich die Autorin intensiv mit dem Aspekt der nachhaltigen Stadtentwicklung auseinandergesetzt. Dabei beschäftigte sie die Frage, wie die Lebensqualität von städtischen Räumen erhoben werden kann, um eine für jedermann lebenswerte städtische Umgebung zu sichern und unterschiedlichsten Anforderungen zu entsprechen, die vorliegende Studie widmet sich dieser Thematik.

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