Der fremde Freund: Zwischen dem Unwillen zu erinnern und der Unfähigkeit zu vergessen

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GRIN Verlag, Feb 4, 2013 - Literary Criticism - 22 pages
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Forschungsarbeit aus dem Jahr 2010 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,3, Friedrich-Schiller-Universität Jena (Institut für Germanistische Literaturwissenschaft), Sprache: Deutsch, Abstract: „Ich habe im Drachenblut gebadet (...). In meiner unverletzbaren Hülle werde ich krepieren an meiner Sehnsucht nach Katharina.“ – das waren die Worte von Claudia, der Hauptfigur aus Christoph Heins Novelle „Der fremde Freund“, die mir schon vom ersten Lesen an in Erinnerung geblieben sind. Es wird in dieser Hausarbeit vor allem um die Frage gehen, warum Claudia – wie sie es selbst benennt – im Drachenblut badete und welche Folgen das für sie hatte. Ein Ausgangspunkt soll jene Pattsituation sein, die schon im Titel der Arbeit formuliert ist – das Hin- und Hergezo-gensein zwischen dem Unwillen zu erinnern und der Unmöglichkeit zu vergessen. Es wird zunächst diese Widersprüchlichkeit als Ausgangslage präzisiert werden, bevor nach Gründen für die entstandene Drachenhaut gesucht wird. Ich gehe davon aus, dass nicht ein singuläres Ereignis für die (Zer-) Störung von Claudias Persönlichkeit verantwortlich ist. Viel mehr sehe ich in einer Akkumulation von Erlebnissen, vor allem aus ihrer Kindheit, diese Ursache. Daher wird ein Schwerpunkt dieser Arbeit auf der Analyse des neunten Kapitels und damit auf ihren Kindheitserinnerungen liegen. Drei Komponenten sollen diesbezüglich untersucht werden – Enttäuschung, Schuld und Verrat. Nach meiner Hypothese sind es diese Verlusterfahrungen die schließlich zur sozialisierten Selbstentfremdung Claudias führten. Im vierten Punkt dieser Arbeit soll es dann um die Analyse dieser Selbstentfremdung, als Folge des Bads im Drachenblut, gehen. Im Wesentlichen widmet sich diese Arbeit also dem Versuch zu verstehen, warum es zum Aufbau jener Schutzhülle kam und warum Claudia selbst meint, darin zu krepieren.
 

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