Der wilde jäger: Eine waidmannsmär

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G. Grote, 1889 - 245 pages
 

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Page 67 - Glockenblumen, was läutet ihr? Wer ist im Walde gestorben? Oder wißt ihr, daß heimlich hier Liebe um Liebe geworben? Wißt ihr's, wohin auf dem einsamen Gang Schritt und Gedanken mir streben? Glocken, ich höre nicht euren Klang, Seh' euch nur schwingen und schweben. Lauschenden Blättern dann läutet es aus, Klinget wie Harfen und Psalmen, Meldet's im Grünen von Haus zu Haus Bäumen und Büschen und Halmen. Liebe macht selig wie nichts in der Welt, Lachen könnt' ich und weinen, Glücklichste...
Page 72 - Weidemann sag mir an : was ist weißer dann der Schnee, was ist grüner dann der Klee, schwarzer dann der Rad, und kluger bann der Iägerknabl A.
Page 65 - Tag ihn bringen, Auf den du hoffst in Sonn' und Wind?" Und wieder fängt sie an zu singen. Es wartet ein bleiches Iungfräulein Den Tag und die dunkle Nacht allein Auf ihren Herzliebsten am Wege, Wegewart! Wegewart! Sie spricht: Und wenn ich hier Wurzeln schlag Und warten soll bis zum jüngsten Tag, Ich warte auf ihn am Wege, Wegewart! Wegewart!
Page 20 - Ein Blättchen, abgerissen, Trüg' ich wohl auf der Brust, Möcht' selber gerne wissen, Ob's Leid bringt oder Lust. Schwarzspecht, mit deinen Gaben Schaff' mir das Kraut heran Und zeig' mir auch den Knaben, Dem ich es schenken kann.
Page 155 - Acht! ich mach' dir's offenbar: Wenn Einem schon die Wünschelruthe Auf einen Schatz im Boden schlägt, Thut's Noth, daß er an seinem Hute Die seltne blaue Blume trägt; Die öffnet ihm die dunklen Tiefen, Er sackt nun ein, so viel er kann, Die Drachen, die beim Horte schliefen, Sehn zu und hindern nicht den Mann. Er legt den Hut ab mit der Blume, 'Greif' einen Griff, streich
Page 29 - Kraft in Müßiggang Ist diesem Kraut verliehen, Doch nicht zu kurz und nicht zu lang Darf in dem Wein es ziehen. An einem Augenblicke hängt, Wie man im Nest den Vogel fängt, Des Wonnetranks Gelingen. Wird der verpaßt, Weh dir! du hast Ein Lied davon zu singen.
Page 107 - Streitroß auf des Alten Spur Nun ein Gewaltiger und schenket Nicht einen Blick dem Grafen nur. Doch wieder ihm zur Seite traben Die beiden Wölfe grimm und greis, Und wieder fliegen die zwei Raben Ihm um das Haupt in engem Kreis.
Page 13 - Als wollt' er, weil sein Herz sie braucht, Die Farbe mit den Augen greisen. Da sind't er, was er nicht gesucht, Ein kleines blaues Wunder lugt Verstohlen aus dem Grün, ganz nah — Ach! erstes Veilchen, bist du da? Gegrüßt, gegrüßt, o Violett, In deinem weichen Kräuterbelt!
Page 12 - Braunröthlich glänzen ihre Schuppen, Das Iunge möchte sich entpuppen, Aus eingeschachtelten Gelenken Sein zartbewimpert Fähnlein schwenken; Denn Andre blühen schon, bevor Ein Blättchen zeigt sein lauschend Ohr. Die Erle und die Haselnuß, Das sind die Ersten aus den Windeln, Sie strecken srüh am jungen Schuß Die locker ousgeschloss'nen Spindeln.
Page 64 - Anfang ans Ende, Sinn und Bedeutung im blühenden Glanz Wirket zur Sonnenwende. Aber zum kleinen, zierlichen Strauß Brauchst du nicht lange zu wählen, Nimm, was du sindest, und scheide nicht aus, Laß nur den Liebsten sie zählen. Rispen und Aehren, du zitterig Gras, Ihr sollt sie all' überragen, Ehrenpreis, vom Thaue noch naß, Wirst dich mit Nelke vertragen.

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