Deutsche redensarten, sprachlich und kulturgeschichtlich erläutert

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R. Richter, 1889 - German language - 158 pages
 

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Popular passages

Page 26 - Wir hören von einer besondern Einrichtung bei der englischen Marine. Sämtliche Tauwerke der königlichen Flotte, vom stärksten bis zum schwächsten, sind dergestalt gesponnen, daß ein roter Faden 129 durch das Ganze durchgeht, den man nicht herauswinden kann, ohne alles aufzulösen, und woran auch die kleinsten Stücke kenntlich sind, daß sie der Krone gehören. Ebenso zieht sich durch Ottiliens Tagebuch ein Faden der Neigung und Anhänglichkeit, der alles verbindet und das Ganze bezeichnet.
Page 15 - Ich liebe mir den heitern Mann Am meisten unter meinen Gästen : Wer sich nicht selbst zum besten haben kann, Der ist gewiß nicht von den Besten.
Page 13 - Preis davon, das agioretov, wie das griechisch hieß. Bei allen ändern Kampfspielen und Übungen, wo es einen Preis galt, war der Ausdruck noch im 16., 17. Jahrh. in Geltung, gewiss von jeher. Seb. Frank z. B. im Weltbuch erzählt aus Franken : oftmals im jar zu summers zeit, so die meid am abend in einem ring herumb singen, kummen die gesellen in den ring und singen umb ein kränz, gemeinklich von nägelin gemacht, reimweis vor ; welcher das best thüt, der hat den kränz (Wackernagels Leseb. 3,...
Page 84 - Frauen in den Saal traten. Die beiden ältesten weissagten Gutes von seinem Geschick, und die erste verlieh ihm Heldenkraft, die zweite Sangeskunst. Die dritte aber, die sich zurückgesetzt glaubte, gebot, mit so günstigen Weissagungen inne zu halten, und sprach: „Ich bescheide ihm, daß er nicht länger leben soll, als die neben ihm brennende Kerze währt". Da löschte die älteste der Frauen die Kerze aus und gab sie der Mutter mit der Weisung, sie nicht eher wieder anzuzünden, als bis Nornagest...
Page 33 - Wirtshaus, und als jener nicht wieder kam, sprachen sie: »Der ist flöten gegangen« - und das ist hernach zum Sprichwort geworden, wenn einer oder eine Sache abhanden und nicht wieder kommt.
Page 134 - Halmendächer ragen; Wo, von dem Kranz der Pilgerin umweht, Der Schrein des Heil'gen dicht am Wege steht, Da lebt es dumps, und hat verlernt das Schlagen! »Kannst du es hören? — In den Klagerus, Der dich besehdet, donnert nicht dein Hus? — O, jag' heran, laß deine Mähne fliegen!
Page 51 - Himmel thut sich aus und hänget voller Geigen, Die Cherubinen mühen sich die Geburt zu zeigen Den armen Hirten an.
Page 88 - Eine Abschiedspredigt heißt noch heute in der Schweiz: Letzipredigt. Etwas zur Letze ^ als Andenken bieten ist eine Formel, die besonders in den deutschen Volksliedern häusig wiederkehrt, z. B.: „Läßt du mir nichts zur Letze, Mein seins brauns Meidelein, Das mich die weil ergetze, So ich von dir muß sein?
Page 92 - Fuchs und Esel jagten miteinander und fingen einen Hirsch. Da hieß der Löwe den Esel das Wildbret teilen. Der Esel macht drei Teil, des ward der Löwe zornig und reißt dem Esel die Haut übern Kopf, daß er blutrüstig [= blutüberströmt] dastund.
Page 122 - Darum schüttete ich meinen Zorn über sie, und mit dem Feuer meines Grimms machte ich ihrer ein Ende, und gab ihnen also ihren Verdienst auf ihren Kopf, spricht der Herr Herr.

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