Die Religion der ersten Christen: Eine Theorie des Urchristentums

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Gütersloher Verlagshaus, Oct 2, 2009 - Religion - 455 pages
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Eine Fortführung und Alternative zu einer »Theologie des Neuen Testaments«

Die Dynamik des urchristlichen Glaubens ist in der Dynamik des Lebens verwurzelt. In diesem Buch zeigt Gerd Theißen, was die ersten Christen in ihrem Innersten bewegte. Sein Werk ist eine religionswissenschaftliche Beschreibung und Analyse des urchristlichen Glaubens. Es will weder rein deskriptiv die Theologie des Neuen Testaments beschreiben, noch konfessorisch ihren Glauben durch Wiederholung beschwören, sondern die Kraft dieses Glaubens verständlich machen. Theißen verfolgt dabei zwei Ziele: Einerseits untersucht er das Leben der Urchristen und stellt ihre theologischen Aussagen in semiotische, psychische und historische Zusammenhänge. Auf diese Weise werden mit religionswissenschaftlichen Kategorien der Glaube, der Kult und das Ethos der frühen Kirche sichtbar. Andererseits zeigt er, wie sich das frühe Christentum vom Judentum fortentwickelte und eine autonome religiöse Zeichensprache schuf, die eine ungewöhnliche gemeinschaftsbildende Kraft hatte und die Geschichte umgestaltete.

Mit dieser neuartigen Annäherung überschreitet Gerd Theißen den nur innerkirchlichen Diskurs über die Theologie des Neuen Testamentes und macht urchristliches Leben und Denken auch denen zugänglich, die selbst der christlichen Weltdeutung fernstehen.

 

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Contents

Religion als kulturelles Zeichensystem
Religion als Verheißung von Lebensgewinn
3 Grundprobleme einer Theorie der urchristlichen Religion
1 Der Mythos in der Verkündigung des historischen Jesus
2 Das Ethos des Judentums und die Verkündigung Jesu26
3 Die jüdischen Riten und die Verkündigung Jesu
4 Die politische Lage des Judentums und der historische Jesus
5 Mythos und Selbstverständnis Jesu31
2 Die Opferdeutung des Todes Jesu
3 Die Funktionen der traditionellen Opfer
4 Die urchristliche Zeichensprache als funktionales Äquivalent zu den traditionellen Opfern
Das Apostelkonzil und Paulus
2 Der Weg zur Autonomie der urchristlichen Religion und die synoptischen Evangelien
1 Das Programm der johanneischen Stufenhermeneutik im Johannesprolog
2 Die Durchführung der johanneischen Stufenhermeneutik
3 Die Selbstorganisation des urchristlichen Zeichensystems im JohEv

1 Die Erhöhung Jesu als Dissonanzbewältigung
2 Die Erhöhung Jesu als Intensivierung der monotheistischen Grundüberzeugung
3 Die Erhöhung Jesu als Konkurrenzüberbietung
1 Die Nächstenliebe als erster urchristlicher Grundwert58
2 Statusverzicht als zweiter urchristlicher Grundwert65
3 Der urchristliche Mythos und die beiden Grundwerte des Urchristentums
1 Wertwandel im Umgang mit Macht und Herrschaft
2 Wertwandel im Umgang mit Besitz und Reichtum
1 Wertwandel im Umgang mit der Weisheit90
2 Wertwandel im Umgang mit Heiligkeit und Reinheit
1 Die rituelle Zeichensprache des Urchristentums als Ganzes
2 Symbolische Handlungen als Vorformen der Sakramente
3 Die Transformation prophetischer Symbolhandlungen in urchristliche Sakramente
1 Die Ablösung der Opfer in urchristlicher Zeit
1 Die judaistische Krise im ersten Jahrhundert
2 Die gnostische Krise im zweiten Jahrhundert
3 Die prophetischen Krisen im ersten und zweiten Jahrhundert
1 Die Pluralität im Urchristentum bis zur Kanonbildung
2 Kanonbildung als Bekenntnis zur Pluralität
Die Grammatik des urchristlichen Glaubens
Eine Zusammenfassung
2 Die Plausibilität der urchristlichen Religion
1 Altes Testament
2 Frühjüdische Literatur
3 Urchristliche Literatur
4 Griechröm Literatur
5 Christliche Literatur
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About the author (2009)

Dr. Gerd Theißen, geboren 1943, ist Professor em. für Neutestamentliche Theologie in Heidelberg. Er gilt als einer der kreativsten Exegeten der Gegenwart und entwickelte eine Theorie des Urchristentums, indem er die biblische Überlieferung mit Hilfe soziologischer und religionspsychologischer Fragestellungen untersuchte. Sein Buch »Der Schatten des Galiläers« ist seit mehr als 30 Jahren ein unübertroffenes Werk erzählender Jesusliteratur.

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