Die menschliche Freiheit in ihrem Verhältniss zur sünde und zur Göttlichen gnade

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G. Bethge, 1841 - Free will and determinism - 516 pages
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Page 270 - Erkenntniß des Guten und Bösen zu erlangen, was aber nicht möglich ist, ohne auch die Wirklichkeit beider Gegensätze in irgend welchem Grade in sich zu erfahren. „Denn da die Sünde wesentlich eine Bestimmtheit des subjektiven Willens ist, so kann sie auch nur erkannt werden, wenn sie wirklich im Willen eristirt, kann daher auch nur durch die Wirklichkeit als eine innerlich mögliche gewußt werden, sofern dieses Wissen das.
Page 270 - Wenn man daher zugibt, daß das Wissen des Bösen und die Möglichkeit, daß das Ich dasselbe zum Inhalt seines Willens mache, die unumgängliche Bedingung der energischen Freiheit des Guten bilde, so ist es bloß Mangel an dialektischer Schärfe des Denkens, wenn man sich die nothwendige Consequenz jener Voraussetzung, das wirkliche Eintreten des Bösen als nothwendige Bedingung des moralischen Bewußtseins verbirgt.
Page 21 - Cultus, der lebendigen und praktischen Vermittlung des Selbstbewußtseins mit dem Göttlichen, wobei Gefühl, Vorstellung, Gedanke nur sich ablösende und durchdringende Formen für den unendlichen Inhalt bilden, die Grundformen aber im höheren Selbstbewußtsein und der Bestimmtheit des Willens zu suchen sind, woraus die Frömmigkeit und religiöse Gesinnung als concrete und gediegene Gestaltung der wirklichen Religion erwächst.
Page 361 - Natur geschaffen hat und erhält, so wirket doch der verkehrte Wille die Sünde in allen Bösen und Verächtern Gottes, wie denn des Teufels Wille ist und aller Gottlosen, welcher alsbald, so Gott die Hand abgethan, sich von Gott zum argen gewandt hat, wie Christus spricht Joh. 8 : Der Teufel redet Lügen aus seinem eigen.
Page 335 - Ernst und größerer Strenge an die Betrachtung des Bösen und ist von der Zerrüttung, welche dadurch in der inneren Sphäre, den höheren Functionen des geistigen Lebens, angerichtet wird, überzeugt. Sie verschmäht es daher, das Böse in eine dem Geiste äußerliche Sphäre zu schieben und damit den feineren und geistigeren Gestalten der Sünde den trügerischen Deckmantel zu lassen, kurz, sie sucht das Böse, weil es eine Bestimmtheit des Willens und damit Selbstbestimmung ist, als Act der Freiheit...
Page 238 - es gab keine Zeit, wo Gott nur erst als Substanz existirte und sich noch nicht als Geist hervorgebracht hatte. Wie die Schöpfung als ewiger Act zu denken ist, so auch der Unterschied und relative Gegensatz in Gottes Wesen.
Page 171 - Ich eben nur durch die göttliche Freiheit selbst möglich ist. Iedesmal wenn die menschliche Freiheit über die Willkür hinausgeht und zur freien Selbstbestimmung wird, ist auch das bloße Verhältniß des göttlichen und menschlichen Willens zum absoluten Verhältniß...
Page 442 - Wirklichkeit" sein sollte) bei der Menschwerdung seiner absoluten Allgemeinheit, ging in die Schranke der Persönlichkeit ein, und diese behauptete die geistige Allgemeinheit so lange in einer bestimmten Weise, bis sie zur an und für sich seienden, alle Persönlichkeiten erfüllenden und verklärenden geistigen Macht aufgehoben, und damit zur organischen Gesammtfülle des göttlichen Lebens wurde. Daß also der historische Christus auf Erden die ganze Fülle der geistigen Menschheit in sich geschlossen,...
Page 127 - Allgemeinheit, welche von der Allheit wohl zu unterscheiden ist, also der theoretische und praktische Geist und das Reich des Geistes, ist das Absolute im höchsten Sinne des Wortes.
Page 238 - Freiheit 103 nls ewiger Kreislauf gedacht werden. Gott als Geist ist eben sowohl abhängig von Gott als Natur, als umgekehrt die Natur in Gott vom Geiste abhängig ist. Die Natur ist die Voraussetzung, welche der Geist sich selbst macht, und der Geist die Verklärung, zu welcher die Natur sich selbst aufhebt. Das Ganze ist daher der Proceß der in sich beschlossenen Freiheit und hebt die Unendlichkeit und Aseität Gottes nicht auf«.

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