Die menschliche Freiheit in ihrem Verhältniss zur Sünde und zur göttlichen Gnade

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G. Bethge, 1841 - Free will and determinism - 524 pages
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Page 21 - Göttlichen, wobei Gefühl, Vorstellung, Gedanke nur sich ablösende und durchdringende Formen für den unendlichen Inhalt bilden, die Grundformen aber im höheren Selbstbewußtsein und der Bestimmtheit des Willens zu suchen sind, woraus die Frömmigkeit und religiöse Gesinnung als concrete und gediegene Gestaltung der wirklichen Religion erwächst.
Page 272 - Wenn man daher zugibt, daß das Wissen des Bösen und die Möglichkeit, daß das Ich dasselbe zum Inhalt seines Willens mache, die unumgängliche Bedingung der energischen Freiheit des Guten bilde, so ist es bloß Mangel an dialektischer Schärfe des Denkens, wenn man sich die nothwendige Consequenz jener Voraussetzung, das wirkliche Eintreten des Bösen als nothwendige Bedingung des moralischen Bewußtseins verbirgt.
Page 337 - Ernst und größerer Strenge an die Betrachtung des Bösen und ist von der Zerrüttung, welche dadurch in der inneren Sphäre, den höheren Functionen des geistigen Lebens, angerichtet wird, überzeugt. Sie verschmäht es daher, das Böse in eine dem Geiste äußerliche Sphäre zu schieben und damit den feineren und geistigeren Gestalten der Sünde den trügerischen Deckmantel zu lassen, kurz, sie sucht das Böse, weil es eine Bestimmtheit des Willens und damit Selbstbestimmung ist, als Act der Freiheit...
Page 238 - Proeeß der Befreiung der substanziellen Nothwendigkeit zu geistiger Freiheit als ewiger Kreislauf gedacht werden. Gott als Geist ist eben sowohl abhängig von Gott als Natur, als umgekehrt die Natur in Gott vom Geiste abhängig ist. Die Natur ist die Voraussetzung, welche der Geist sich selbst macht...
Page 171 - Eine blos willkürliche Aufnahme des göttlichen Willens in den menschlichen entspricht dem Begriffe der göttlich» menschlichen Freiheit nicht, sofern derselbe die zur Freiheit verklärte Nothwendigkcit ist. Wird nun aber die Willkür auf menschlicher Seite zur wahren Selbstbestimmung erhoben, so ist auch die göttliche Freiheit nicht mehr in Abhängigkeit von der menschlichen gedacht, weil der concrete Hintergrund des formellen Ich eben nur durch die göttliche Freiheit selbst möglich ist. Iedesmal...
Page 446 - Wirklichkeit" sein sollte) bei der Menschwerdung seiner absoluten Allgemeinheit, ging in die Schranke der Persönlichkeit ein, und diese behauptete die geistige Allgemeinheit so lange in einer bestimmten Weise, bis sie zur an und für sich seienden, alle Persönlichkeiten erfüllenden und verklärenden geistigen Macht aufgehoben, und damit zur organischen Gesammtfülle des göttlichen Lebens wurde. Daß also der historische Christus auf Erden die ganze Fülle der geistigen Menschheit in sich geschlossen,...
Page 127 - Allgemeinheit, welche von der Allheit wohl zu unterscheiden ist, also der theoretische und praktische Geist und das Reich des Geistes, ist das Absolute im höchsten Sinne des Wortes.
Page 238 - Freiheit 103 nls ewiger Kreislauf gedacht werden. Gott als Geist ist eben sowohl abhängig von Gott als Natur, als umgekehrt die Natur in Gott vom Geiste abhängig ist. Die Natur ist die Voraussetzung, welche der Geist sich selbst macht, und der Geist die Verklärung, zu welcher die Natur sich selbst aufhebt. Das Ganze ist daher der Proceß der in sich beschlossenen Freiheit und hebt die Unendlichkeit und Aseität Gottes nicht auf«.
Page 120 - Wir treten damit", bemerkt Vatke, „ebenso sehr einer herrschenden Verstandesbetrachtung entgegen, welche Göttliches und Menschliches bloß neben einander stellt, als auch einer wieder auftauchenden pantheistischen Vermischung beider Seiten, welche nicht minder bloße Verstandesansicht ist und sich nicht zum Begriffe des Geistes erhoben hat.
Page 245 - Urzeit empirisch oder rationell eine detaillirte Schilderung zu machen und sagt S. 245: »Wir dürfen deshalb im Allgemeinen mit Zuversicht behaupten, daß der Zustand der Indifferenz bei der Menschheit überhaupt den Ausgangspunkt aller geistigen Entwickelung bildete, weil dies der Begriff des Geistes und die täglich sich neu bestätigende Erfahrung bei allen Individuen verlangt; die Meinung von einer wunderbaren Erleuchtung und Freiheit der Urmenschen, die späterhin verloren gegangen wäre, dürfen...

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