Die „neue“ Kinderfreundlichkeit in einem gentrifizierten Innenstadtgebiet - untersucht am Beispiel des Münchner Glockenbachviertels

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GRIN Verlag, Aug 19, 2007 - Science - 137 pages
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Das Glockenbachviertel gilt heute als schickes und teures In-Viertel mit angesagten Bars, hippen Designerläden und teuren Wohnungen. Auf den ersten Blick sprechen die Rahmenbedingungen keineswegs für einen klassischen kinderfreundlichen Wohnstandort. Dennoch kommen im Glockenbachviertel überdurchschnittlich viele Kinder zur Welt, die auch das Straßenbild prägen. Die Presse spricht bereits von einem „Babyboom“. Aus planerischer Sicht ging man acht Jahrzehnte lang davon aus, dass die von Familien präferierte Wohnform das klassische freistehende Einfamilienhaus mit Garten für die Kinder am Stadtrand oder im Umland ist. Welche Faktoren führen dennoch dazu, dass Eltern ein derartig trendiges Innenstadtviertel als geeignetes und gewünschtes Wohnumfeld einstufen? Die Forschungsfrage lautet also: Welches sind die Entscheidungshintergründe von Familien für das Wohnen in einem gentrifizierten Innenstadtquartier? Welche objektiven kinder-/familienfreundlichen Rahmenbedingungen sind hier gegeben, die das Viertel zu einem geeigneten Wohnstandort für Familien machen? Als Gesamtbilanz kann festgehalten werden, dass die berufsorientierten Eltern das gentrifizierte Glockenbachviertel als einen Wohnstandort betrachten, der die Voraussetzungen zur Verwirklichung der eigenen Lebensentwürfe und des eigenen urbanen Lebensstils erfüllt. Gleichzeitig wird die Wohnlage im Stadtzentrum trotz ihrer Nachteile wie der angespannten Verkehrssituation oder der knappen Wohnflächen generell durchaus als geeigneter Lebensraum für Kinder bewertet. Die Kombination der eigenen Präferenzen mit den strukturellen Rahmenbedingungen und dem positiven Sozialklima im Untersuchungsgebiet führen bei den befragten Bewohnern zu der Entscheidung, mit ihren Kindern im Glockenbachviertel zu leben.

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