Die sieben Weiber des Blaubart: Eine wahre Familiengeschichte

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Ludwig Tieck
Murusi, 1797 - German fiction - 268 pages
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Page 249 - Nicht weit vom Hause lag ein grauer, stillstehender See, um den uralte, verwitterte Weiden standen. Das Mädchen setzt sich an den See, und indem sie hineinsieht, ist es ihr, als wenn ihr fremde, bärtige Gesichter entgegensehen; da fangen die Bäume an zu rauschen, da ist es, als wenn...
Page 249 - Gesichter entgegensehen; da fangen die Bäume an zu rauschen, da ist es, als wenn es in der Ferne geht, da kocht das Wasser und wird immer schwärzer und schwärzer; mit einem Male ist es, als wenn so Frösche darin umher hüpfen, und drei blutige, ganz blutige Hände tauchen sich hervor und weisen mit den roten Zeigefingern nach dem Mädchen hin . . .« Ein Schauder überläuft uns wie die arme, zitternde Frau des Blaubart über das Märchen im Märchen.
Page 96 - Rechnung von einer Tafel; dann ist das verschwunden, was im Grunde nie war, und der leere Raum treibt mit der Vergessenheit da sein Spiel, wo sonst die irdischen Träume standen." Der Gehalt dieser Märchenfabel ist, wie fast immer bei Tieck, etwas leicht, aber desto graziöser schwebt es daher. Weltumfassend ist der Sinn des kleinen Märchens, das Novalis in seinem unvollendeten Roman, den Lehrlingen zu Sais, erzählt.
Page 150 - Plötzlich rührte sich die Tapete, als wenn sie von einem Winde hin und her bewegt würde. Es arbeitete drinnen und emsige Stimmen redeten durcheinander. Ferne Instrumente klangen und kamen mit ihren wunderlichen Tönen immer näher und näher. Peter stand still, und wußte nicht, was aus dem Allen werden wollte.
Page 36 - ... in heftige Erregung. — Alte v. Berg, 356. In der Kindheit schlummern schon die furchtbarsten Begebenheiten und Gefühle der Zukunft. — Fest v. Kenilworth, 24. Williams Natureindrücke. — Blonde Ekbert: Bertas Jugenderlebnis. — Abdallah, 12, Sternbald, 177, Blaubartmärchen, 103. Das Gemüt der Kinder ist ein Spiegel, in den schon durch die frühen Eindrücke das künftige Schicksal hineinwachsen kann. — Freunde, 148. Ludwig erinnert sich an eine grausige Frauengestalt, von der er in...
Page 151 - Bediente und Mohren der Mühe werth, ihm zu danken. David stellte sich vor ihn hin, und neben ihm Tobias mit seinem Hündlein ; und alle Drei schüttelten sehr ernsthaft mit dem Kopfe. Peter war überzeugt, daß er die Tapeten, wenn sie gleich moralischen Inhalts waren, doch nicht dazu gekauft hatte...
Page 124 - Trostgründe hervor, um sich über sein Leben zu beruhigen. Was wir Leben nennen, ist nur Wunsch nach dem Tode, nach dem wir innerlich streben und. uns geheimnißvoll darnach sehnen ; aber äußerlich erschrickt wieder der arme Mensch vor dem schrecklichen Bilde, das sich ihm aus der Fin, sterniß entgegenstreckt.
Page 53 - Halt! sagte Peter, ich nehme das Unglück mit Weibern an, und zwar aus mehr als einer Ursache. Denn erstlich liegt in den Worten die Prophezeiung, daß ich mehrere Weiber haben werde, welches mir nicht unlieb ist, zweitens kann man mit diesen schwachen Geschöpfen noch immer am ersten fertig werden.
Page 188 - Körper betrachte; macht, daß ich meine Sterblichkeit vergesse und so leben kann, als wenn Heute immer Heute bleiben würde, als wenn ix.
Page 187 - Mensdienleben kein Zweck und Zusammenhang zu finden ist, so werdet Ihr es auch gern aufgeben, diese Dinge in meinen Lebenslauf hineinzubringen. Wahrhaftig, Du hast Recht, sagte Bernard, und Du bist wirklich verständiger, als ich dachte. Ich bin vielleicht klüger als Ihr, sagte Peter, ich lasse mir nur selten etwas merken. So wäre also, sagte Bernard tiefsinnig, das ganze große Menschendaseyn nichts in sich Festes und Begründetes?

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