Die unabweisbare Nothwendigkeit einer gründlichen Reform der Gymnasien (Lateinischen Schulen) in Aktenmässiger darlegung der verderblichen wirksamkeit der Gymnasien zu Trier, Coblenz und Bonn nachgewiesen ...

Front Cover
K. Göpel, 1860 - Education - 112 pages
0 Reviews
 

What people are saying - Write a review

We haven't found any reviews in the usual places.

Other editions - View all

Common terms and phrases

Popular passages

Page 109 - Wenn Ihr's nicht fühlt, Ihr werdet's nicht erjagen, Wenn es nicht aus der Seele dringt Und mit urkräftigem Behagen Die Herzen aller Hörer zwingt. Sitzt Ihr nur immer! leimt zusammen, Braut ein Ragout von andrer Schmaus Und blast die kümmerlichen Flammen Aus Eurem Aschenhäufchen 'raus! Bewundrung von Kindern und Affen, Wenn Euch darnach der Gaumen steht — Doch werdet Ihr nie Herz zu Herzen schaffen, Wenn es Euch nicht von Herzen geht. WAGNER Allein der Vortrag macht des Redners Glück; Ich...
Page 35 - Sie schleicht heran, an abertausend Enden, Unfruchtbar selbst Unfruchtbarkeit zu spenden, Nun schwillt's und wächst und rollt und überzieht Der wüsten Strecke widerlich Gebiet. Da herrschet Well auf Welle kraftbegeistet, Zieht sich zurück, und es ist nichts geleistet. Was zur Verzweiflung mich beängstigen könnte, Zwecklose Kraft unbändiger Elemente! Da wagt mein Geist, sich selbst zu überfliegen; Hier möcht' ich kämpfen, dies möcht
Page 31 - O glücklich, wer noch hoffen kann, Aus diesem Meer des Irrtums aufzutauchen! Was man nicht weiß, das eben brauchte man, Und was man weiß, kann man nicht brauchen.
Page xiii - Speisen, die keine nährenden Stoffe enthalten, so wird nicht nur der Zweck verfehlt, sondern auch die Organe werden geschwächt. So auch im Geistigen. Und wie wird hierin bei uns gefehlt. Man bietet der Jugend manche geistige Speisen, die fast gar keine Nahrungsstoffe enthalten. Man bietet ihr zu vielerlei und überladet sie.
Page 108 - Wenige gelangen; denn es gehört eine gar grosse Gewandtheit dazu, der Natur entgegen, die eigentlich Jeden nur an eine Sprache, wie an ein Vaterland gewiesen hat, sich zweier Sprachen bis zum Schreiben und Reden zu bemächtigen *) — und nur diejenigen können 111 hierin den Mund zum Fordern weit aufthun, die keine solcher Forderungen selbst zu erfüllen vermögen.
Page xiv - Verdauung glelchfam zu Hülfe kommt, weshalb es auch unumgänglich nöthig erscheint, daß ein guter Küchenkünstler eingehende Studien in der Chemie gemacht hat. Bei unserer geistigen Kochkunst aber gilt das Sprichwort: Viele Köche verderben den Brei. Jeder der Herren Lehrer hat sein bestimmtes Fach; in diesem jeden seiner Schüler zu einem Virtuosen heranzubilden, hält er für feine heiligste Pflicht.
Page xiv - Mittelmäßigen wird von alle dem so dumm, als ging' ihm ein Mühlrad im Kopfe herum. Statt klüger wird er mit jedem Tage dümmer. Man könnte diese Art der Bildung, wenn man ein etwas unedleres Bild brauchen wollte, mit dem Nudeln der Gänse vergleichen.
Page xiv - Er thut dabei, unbekümmert um die andern, ganz so, als ob der Schüler nur da sei, um in diesem Gegenstand Meister zu werden. Der sogenannte gute Kopf hält das nun wohl aus ; er pfropft seinen Geist voll auf Kosten seiner Herzens- und Charakterbildung. Er wird stolz und aufgeblasen von seinem Wissensdunst und meist ganz unpraktisch zu dem Beruf des gewöhnlichen Lebens. Dem Mittelmäßigen wird von alle dem so dumm, als ging' ihm ein Mühlrad im Kopfe herum.
Page xii - Jahre alt und konnte noch so gut wie gar nichts. Meine Lehrer glaubten auch nicht, daß es viel mit mir werden würde, und es hat ja doch noch so gut gethan. Wäre ich der jetzigen Schulbildung in die Hände gefallen, so wäre ich leiblich und geistig zu Grunde gegangen".
Page xii - Persönlichkeiten finde, wie sie zur Leitung der einzelnen Geschäftskreise unumgänglich nöthig sind. Sehr richtig ist es, was ich einmal, ich weiß nicht mehr wo, gelesen habe, daß unsere jetzige Schulbildung einem Prokrustesbette gleich sei. Was zu lang ist, wird abgeschnitten, und das zu kurz Scheinende so lange gedehnt, bis es die jetzt beliebte Mittelmäßigkeit erlangt hat. Dabei verkommen die jungen Leute leiblich und geistig. Die alte Schulmethode mag auch ihre Fehler gehabt haben; aber...

Bibliographic information