E.T.A. Hoffmanns 'Der goldene Topf' und die Hermeneutik des Sehens

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GRIN Verlag, 2009 - 68 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2005 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: keine, Sprache: Deutsch, Abstract: Im "Goldnen Topf" wird vorgefuhrt, dass und inwiefern Wirklichkeit ein Grenzbegriff" ist. Wirklichkeit ist kein selbstverstandlicher, sondern ein sich konstituierender Begriff mit epische[r] Struktur." Die Interpreten des Goldnen Topfs" stiessen bei der Interpretation auf Schwierigkeiten, weil sie sich uber die Grenzwertigkeit des Wirklichkeitsbegriffs nicht Rechenschaft gegeben haben. Ein Text wie "Der goldne Topf," dem diese Grenzwertigkeit eingeschrieben ist, der diese inszeniert und ins erzahltechnische Kalkul einbezieht, widersteht jeder Interpretation, die einen, festen Wirklichkeitsbegriff an ihn herantragt. Es wird sich zeigen, dass ein solcher dogmatischer Begriff von Wirklichkeit Hoffmanns Texten nicht eignet und nicht zugrunde liegt. Solche Dogmatik wird erzahltechnisch sogar konterkariert. Ebensowenig kann davon gesprochen werden, dass das Wunderbare als Kehrseite der Wirklichkeit" erscheine. Das Wunderbare hat vielmehr in der Wirklichkeit seinen Ort und ergibt sich aus einer spezifischen An-Sicht des Wirklichen. Recht behalten die bisherigen Interpreten, wenn sie das Verhaltnis des Wunderbaren zum Wirklichen zu einer Frage der Optik" und des doppelten Sehens oder eines psychologischen Perspektivismus" machen. Hoffmann beweist eine ausserordentliche Sensibilitat [fur die] (...) Wirklichkeitserfahrung." Obzwar fur ihn in einer fruhen Phase Wirklichkeit fest" stehe, gerat seine Wirklichkeitsauffassung bald ins Wanken. Die Erfahrung der Auflosung des dogmatischen Wirklichkeitsverstandnisses findet in seinen Werken poetischen Ausdruck. Hoffmann ist damit seiner Zeit voraus. Denn Hoffmanns Texte wissen, dass es gar keine Realitat gibt, sondern nur eine Vielzahl von Perspektiven auf sie. Erleben ist immer schon: Interpretieren." Wirklichkeit konstituiert sich durch den subjektiven, deutenden Blick, der auf sie geworfen wird.

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